Honda CBR 125/250 R
Honda CBR 125/250 R © Honda

Echt Fett

Honda CBR 125/250 R

Von Michael Kutschke
16.09.2011 11:35:27

Honda CBR 125 R oder 250 R? Egal wie gross die Töff-Routine ist – die neuen Mini-Blades empfehlen sich als echt fette Spassmacher.

 

Die zwei neuen, kleinen Hondas mit den CBR-Genen sehen auf den ersten Blick aus wie die grössere Fireblade. Doch bieten die beiden Novizen auch richtig Fahrspass? Besonders die CBR 250 R gibt sich als vollwertige Honda-Sportlerin, denn die Mini-Blade bietet neben allerhand Hightech sogar als erstes Motorrad dieser Hubraumklasse eine Kombibremse mit Anti-Blockier-Bremssystem. Doch zunächst zur kleineren der beiden Zwillingsschwestern, der modellgepflegten Honda CBR 125 R.

Die 125er: Seit 2004 ein Sorglos-Töff

Die «Micro-Blade» hat sich schon seit ihrer ersten Einführung im Jahre 2004 als Sorglos-Töff mit hoher Zuverlässigkeit verdient gemacht. Der schlanke Renner im Replica-Design erhielt zwar erst 2007 das letzte Facelift. Jedoch die magersüchtigen 100er-Pneus, empfanden die meist jugendlichen Käufer wohl eher als Witz. Echt fett: Honda hat sich der Kritik gestellt und der neuen Generation breitere Reifen samt neuen 17-Zoll-Alugussfelgen mit fünf statt wie bisher sechs Speichen für fetten Look spendiert. Vorne macht nun ein 100/80- und hinten ein 130/70-Pneu auf Show. Das zur 250er gehörende baugleiche, komplett neue Verkleidungsdesign – ein grosser H4-Scheinwerfer prägt die Front – macht wie das neue Cockpit einen erwachsenen Eindruck. Die Konsole informiert sowohl den 125er- als auch den 250er-Piloten umfassend mit einem digitalen Drehzahlmesser, LCD-Tacho einer Benzinanzeige mit sechs Segmenten, einer ­Digitaluhr, samt Motor-Temperaturanzeige plus Tripzähler.

Das Chassis und die Ergonomie der 125er mit Jahrgang 2011 wurde komplett verändert – Fussrasten und Lenker neu positioniert. Wie die neue 250er erlaubt die 125er nun eine gelungene, nicht zu sportliche und doch bequeme Sitzposition. Dank ihrer moderaten Sitz­höhe machen beide Töff auch kleineren Menschen beim Rangieren keine Probleme.

Alles ist also neu – nur der Viertakt-Einzylinder wurde unverändert übernommen. Aus gutem Grund: Der 125er-Einspritzer vermochte hinsichtlich Zuverlässigkeit und Spritverbrauch eh schon zu begeistern. In Sachen Laufkultur jedoch kann die 125er dem völlig neu entwickelten 250er-Triebwerk nicht das Wasser reichen. Und ABS-Stopper sind für die 125er auch nicht zu haben. Die Schalldämpfer beider Mini-CBR sind zwar optisch ansprechend im kurzen CBR-1000-Stil gehalten, machen aber akustisch nicht viel her. Aber dafür sind die Getriebe beider Töff passend gestuft und die sechs Gänge lassen sich erfreulich exakt zappen.

Ein vollwertiges Motorrad: Die CBR 250 R

Viele Billett-Neulinge, denen eine 125er zu magersüchtig ist, wünschen sich dennoch eine kompakte, günstige und leichtgewichtige Maschine mit problemlosem Handling. Wohl deshalb wäre 2009 beinahe die Kawasaki Ninja 250 R zum meistverkauften Töff der Schweiz geworden. Honda will nun mit Kampfpreisen ein Stück vom fetten 250er-Kuchen abschneiden.

Der CBR-250er-Single ist ein modernes Hightech-Aggregat: ­Vierventiltechnik, zwei obenliegende Nockenwellen, Molybdänummantelter Kolben für weniger Reibung … und so weiter. Im Praxistest überzeugt der Motor durch guten Antritt, Drehfreude und überraschend viel Druck. 151 km/h nach Tacho – das ist doch eine Ansage, und eine mit Herz für die Umwelt obendrein. Denn eine neu entwickelte elektronische Kraftstoffeinspritzung samt einem G-Kat ermöglicht ebenso wie bei der 125er sparsame Verbräuche: Der 13-Liter-Tank der 250er soll laut Hersteller eine Reichweite von 350 Kilometern ermöglichen. Übrigens: Die brandneue CBR 250 R wird wie ihre kleine Schwester in Thailand produziert.

Mini- oder Micro-Blade?

Die CBR 250 ist ein vollwertiges Landstrassen-Motorrad und ein wirklicher Spassbringer. Das laufruhige Singleherz leistet zwar 6 PS weniger als der grüne Ninja-Konkurrent. Aber dafür hat die CBR 250 R als einzige ihrer Klasse eine hervorragend abgestimmte ABS-Kombibremse – und das dürfte in der Schweiz ein echt fettes Verkaufsargument sein. Und die neue CBR 125 R? Die bleibt mit echt fetter neuer Optik und besserem Handling im Vergleich zur 250er klar näher am Töffli-Feeling. In der City wird einem die «Micro-Blade» aber immer ein dickes Grinsen ins Gesicht zaubern.

Honda CBR 125 R

Leistung: 13,3 PS bei 10 000/min

Gewicht: 137 kg fahrfertig

Preis: 4890 Franken

Verkehrsabgabe: 48 bis 56,70 Fr./Jahr

Motor und Fahrwerk

Motor: Flüssigkeitsgekühlter Einzylinder-Viertakter, SOHC (Kette) 2 Ventile, Bohrung × Hub 58 × 47,2 mm, Verdichtung 11. Elektr. Einspritzung/Zündung, Saugrohr 30 mm. Nasskupplung, 6 Gänge, Kette. 13,3 PS bei 10 000/min, 10,4 Nm bei 8000/min.

Fahrwerk: Brückenrahmen aus Stahlrohr, 31-mm-Telegabel, Stahlschwinge mit Hebelsystem. Zentralfederbein, Feder-vorspannung einstellbar. Federweg 120/126 mm. Vorne Einscheibenbremse 276 mm, Zweikolbenzange, hinten Scheibenbremse 220 mm, Einkolbenzange. Alugussräder 2,5-17 und 3,5-17 Zoll. Bereifung 100/80 und 130/70

Abmessungen

Tankvolumen 13 l, Schrittbogenmass 1740 mm, Lenkerinnenbreite 465 mm

Auf den Punkt gebracht

Die CBR 125 R hat das Zeug, die Rolle als neuer Publikumsliebling der 125er-Klasse zu übernehmen.

+ Ergonomie, Windschutz

+ Ansprechende Optik

+ Funktionelles Cockpit

+ Agiles Handling

– Kein ABS lieferbar

– Motorvibrationen bei hoher Drehzahl

– Auspuffsound              

Motor **

Fahrwerk **

Ergonomie **

Gepäcksystem  **

Import

Honda (Suisse) SA, Rte des Moulières, 1214 Genf, Tel. 022 939 09 09. www.hondamoto.ch

 

Honda CBR 250 R

Leistung: 26 PS bei 8500/min

Gewicht: 165 kg fahrfertig

Preis: 6490 Franken

Verkehrsabgabe: 48 bis 113,40 Fr./Jahr

Motor und Fahrwerk

Motor: Flüssigkeitsgekühlter Einzylinder-Viertakter, SOHC (Kette) 4 Ventile, Bohrung × Hub 76 × 55 mm, Verdichtung 10,7. Elektr. Einspritzung/Zündung, Saugrohr 38 mm. Nasskupplung, 6 Gänge, Kette. 26 PS bei 8500/min, 23 Nm bei 7000/min.

Fahrwerk: Brückenrahmen aus Stahlrohr, 37-mm-Telegabel, Stahlschwinge mit Hebelsystem. Zentralfederbein, Feder-vorspannung einstellbar. Federweg 130/104 mm. Vorne Einscheibenbremse 296 mm, Dreikolbenzange, hinten Scheibenbremse 220 mm, Einkolbenzange, ABS-Kombibremse. Alugussräder 2,75-17 und 4,0-17 Zoll. Bereifung 110/70 und 140/70

Abmessungen

Tankvolumen 13 l, Schrittbogenmass 1740 mm, Lenkerinnenbreite 465 mm

Auf den Punkt gebracht

Die CBR überzeugt. Ihr Motor gefällt mit überraschend fülligem Drehmomentverlauf für ein Motorrad der 250er-Klasse.

+ Ergonomie, Windschutz und Bremsen

+ Fahrwerk hat Nehmerqualitäten

+ Tadellos funktionierendes ABS

+ Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

+ Vollwertiges Motorrad mit hohem  Spassfaktor

+ Geringe Unterhaltskosten

–  Auspuffsound             

Motor   **

Fahrwerk  **

Ergonomie **

Gepäcksystem **

Import

Honda (Suisse) SA, Rte des Moulières, 1214 Genf, Tel. 022 939 09 09. www.hondamoto.ch

 

 

 

Honda CBR 125 R Honda CBR 125 R © Honda
Leichter, breiter, schöner: Nur die neuen Alufelgen der 125 Blade gibt es lackiert. Leichter, breiter, schöner: Nur die neuen Alufelgen der 125 Blade gibt es lackiert. © Honda
Das topmoderne Cockpit ist weitgehend Baugleich mit dem der 250er. Das topmoderne Cockpit ist weitgehend Baugleich mit dem der 250er. © Honda
Eine alte Bekannte mit verbesserter Einspritztechnik: Die CBR 125 R Single. Eine alte Bekannte mit verbesserter Einspritztechnik: Die CBR 125 R Single. © Honda
Kampfansage an die YZF-R125: Die neue CBR 125 R wurde komplett überarbeitet. Kampfansage an die YZF-R125: Die neue CBR 125 R wurde komplett überarbeitet. © Honda
Die neue CBR 250 R ist in den Farben Schwarz und Tri-Color erhältlich. Die neue CBR 250 R ist in den Farben Schwarz und Tri-Color erhältlich. © Honda
Honda CBR 250 R Honda CBR 250 R © Honda
Das Combined-ABS ist einmalig in dieser Klasse. Verzögert wird mit jeweils einer Scheiben-bremse an Vorder- und Hinterrad. Das Combined-ABS ist einmalig in dieser Klasse. Verzögert wird mit jeweils einer Scheiben-bremse an Vorder- und Hinterrad. © Honda
Honda CBR 250 R Honda CBR 250 R © Honda
Ganz in Blau gehalten: Das 250er-Cockpit. Ganz in Blau gehalten: Das 250er-Cockpit. © Honda