Yamaha MT-10 - Aprilia Tuono V4 1100 Factory - BMW S 1000 R - KTM 1290 Super Duke R.
Yamaha MT-10 - Aprilia Tuono V4 1100 Factory - BMW S 1000 R - KTM 1290 Super Duke R. © Richard A. Meinert

Im Rausch

Aprilia - BMW - KTM - Yamaha

Von Dimitri Hüppi
18.11.2016 16:36:23

Die neue Yamaha MT-10 tritt gegen drei etablierte Power-Nakeds an. Sie alle sind legale Rauschmittel. Doch welches Konzept – V4, V2, Reihen- oder Crossplane-Vierzylinder – berauscht am meisten?

Als wir nichts Böses ahnend so über die Landstrasse brausen, ziehen in unseren Rückspiegeln auf einmal dunkle Wolken auf. Vor uns aber ist der Himmel noch blau und die Sonne lacht. Und auch wir haben unter unseren Helmen allen Grund zum Lachen – nicht nur, weil wir dem Regen diesmal ein Schnippchen schlagen. Sondern vor allem, da wir auf vier der derzeit dynamischsten unverkleideten Maschinen am Markt unterwegs sind: Aprilia Tuono V4 1100 Factory (18 690 Franken), BMW S 1000 R (Testbike mit ab Werk montierter Sonderausstattung 16 510 Franken), KTM 1290 Super Duke R Special Edition (20 390 Franken) und Yamaha MT-10 (14 680 Franken). Alle sind sie mit Supersportlern direkt verwandte Power-Nakeds mit Spitzenleistungen von 160 bis 175 PS.

Im Fokus steht die MT-10, die seit Sommer 2016 auf unseren Strassen unterwegs ist und in Einzeltests bislang immer gut abgeschnitten hat. Wie behauptet sich die Schwester der supersportlichen YZF-R1 nun gegen die etablierten Mitbewerber?

Die Tuono V4 hat erst im letzten Jahr ein umfassendes Update mit Hubraumerweiterung von 1000 auf 1100 Kubik erfahren und gilt spätestens seither als emotionsgeladene Spassgranate erster Güte. Im Grunde war das die Schwester des Racebikes RSV4 schon seit ihrer Lancierung 2011, doch kann sie jetzt halt alles noch ein bisschen besser und mit noch mehr Power.

Die Schwester des Supersport-Topsellers BMW S 1000 RR fährt seit 2014 auf unseren Strassen. Gründlicher Verarbeitung und solider Fahreigenschaften konnte man sich bei ihr schon im Voraus gewiss sein. Ihre grosse Portion an Emotionalität – beispielsweise das sportlich-freche Losbrabbeln beim Gaswegnehmen – sorgte damals aber durchaus für überraschte Gesichter.

Und die KTM setzte ebenso 2014 einen neuen, in der Szene heiss erwarteten Höhepunkt innerhalb der legendären Duke-Serie. Der Einschlag ist ihr mit ihrem vom Superbike 1190 RC8 R abgeleiteten Motor, einem Top­leistungsgewicht und messerscharfem Handling auf Anhieb gelungen.

Sich ducken und Gas gebe

Um nicht doch noch in den Regen zu geraten, heisst es für uns zunächst: sich ducken, Gas geben und noch etwas Land gewinnen. Kurvenreiche Strecken folgen später noch genug.

Auf der Aprilia kommt man im Eilmodus in den Genuss besten Windschutzes – dank ihrer üppigen, an die Supersport-Schwester angelehnte Frontverschalung, die im Vergleich zur Vorgängerin nochmals optimiert wurde. Etwas, das man auch auf der Autobahn sehr schätzt. Auf der Tuono fällt es denn auch überhaupt nicht schwer, sich in die gebückte Haltung zu begeben, da sie zusammen mit der S 1000 R die sportlichste Sitzposition bietet. Soll heissen: Auf diesen beiden Maschinen neigt sich der Oberkörper beim Griff zum Lenker automatisch nach vorn. Dennoch ist die Auslegung der Aprilia hierbei weniger extrem als die der BMW und kann "oben" noch als "tourenmässig", unten aber schon als sehr sportlich bezeichnet werden. Die Ergonomie der Bayerin darf dagegen als rundum sportlich klassifiziert werden. Windschutz? Na ja, ein wenig Druck nimmt der kleine Deflektor durchaus von der Brust...

Der KTM-Treiber ist dem Fahrtwind am stärksten ausgesetzt. Er nimmt auf dem Bike zwar keine supersportliche, dafür aber eine supermoto-ähnliche Haltung ein. Von Grund auf weniger nach vorn gebeugt, aber durchaus extrem frontorientiert und angriffig. Die Beine fühlen sich bei normaler Fahrt ziemlich entspannt an. Die Yamaha überrascht mit dem zweitbesten Windschutz, den man dieser zerklüfteten Front gar nicht geben würde. Die Haltung auf ihr ist die universellste. Wer einfach nur bummeln will, sitzt auf ihr automatisch richtig, ohne dass zuerst irgendein Körperteil gestreckt oder angezogen werden müsste. Wer es krachen lassen will, der kann auf ihr aber genauso gut den rennstreckentauglichen Hanging-off-Stil pflegen.

Hämmern und Schreien

Als wir endlich an der Abzweigung zum kurvenreichen Aufstieg ankommen und alle Zeichen auf "freie Fahrt" stehen, wächst die Freude erneut. Die Tuono V4 1100 Factory donnert unverzüglich los – im wahrsten Sinne des Wortes. Aus ihrem Auspuff – alle vier Bikes verfügen über einen rechtsseitigen Einzelschalldämpfer – tritt der lauteste und eindrücklichste Sound ins Freie: Ein schnelles, bassiges Hämmern, das jedem hörenden Wesen sofort signalisiert: Da ist was Böses unterwegs... Besonders auch das Anlassen ist durch den kurzen, automatisch erfolgenden Gasstoss jedesmal ein Spektakel. Rücksicht auf allfällig vorbeigehende Reiter bzw. Pferde ist nur schon aus eigenem Interesse geboten.

Bereits einiges leiser als der italienische 65-Grad-V4, aber immer noch gut wahrnehmbar folgt der bayerische Reihen-Vierzylinder. Die Tonlage des "Screamers" ist eine ganz andere: Von Grund auf viel höher und je weiter die Drehzahl steigt, umso mehr geht ihr anfänglich durchaus noch bassig-grummliger Klang in einen sportlichen Kung-Fu-Kampfschrei über. Und selbst beim Schliessen des Gasgriffs klingt sie dank des sportlich-wilden Brabbelns noch nach Angriff.

Bollern und Brüllen

Die 1290 Super Duke R und die MT-10 geben sich akustisch beide dezenter – zumindest, wenn sich die Drehzahlen im unteren Bereich bewegen. Gibt man der KTM jedoch die Sporen, bollert es auch aus ihrem Topf gehörig – dank dem von KTM und Akrapovic gemeinsam entwickelten, 1,5 Kilo sparenden Titan-Dämpfer, über den die Special Edition ab Werk verfügt. Obwohl der Dämpfer aus dem Originalzubehörprogramm auch einen erhöhten Gasdurchsatz aufweist, ist kein neues Mapping für die elektronische Steuerung des 75-Grad-V2-Triebwerks nötig.

Die Yamaha mag zwar die leiseste des Quartetts sein, aber für die Ohren bestimmt nicht die eintönigste. In ihr werkt zwar wie in der BMW ein Reihenvierzylinder, doch dreht hier eine Crossplane-Kurbelwelle (CP4) mit 90 anstatt 180 Grad Hubzapfenversatz. Entsprechend unregelmässig ist auch die Zündfolge. Daraus ergibt sich eine Klangkulisse der ganz besonderen Art – kein Kung-Fu-Schrei, sondern ein tiefes, löwenartiges Gebrüll – selbst beim ungestümen Hochdrehen.

Verschiedene Charaktere

Die vier Triebwerke klingen nicht nur alle verschieden, sie unterscheiden sich auch in der Kraftentfaltung. Die Tuono fesselt ihren Piloten auf Anhieb mit ihrem "sanften Knall". Ihre Maximalleistung stieg im Vergleich zu ihrer Vorgängerin von 170 auf 175 PS (bei 11 000/min), doch viel wichtiger war den Ingenieuren, dass bei niedrigen und mittleren Drehzahlen noch mehr Punch vorhanden ist (maximal 120 Nm bei 9000/min). Bringt man den hubraumerweiterten V4 also zum Donnern, erfährt man anfangs eher sanften, aber bestimmten Druck, der dann ab etwa 8000/min (in diesem Bereich liegen an der Kurbelwelle 20 PS mehr als beim Vorgänger an) zu einer regelrechten Explosion wird.

Die Kraftentfaltung des BMW-Vierzylinders fühlt sich von allen übers ganze Band am linearsten an – von der kristallklaren Druckwelle ab Standgas bis hin zur immer stärker reissenden, unaufhaltsamen Leistungsflut gegen Ende des Drehzahlbandes. Obwohl die S 1000 R 15 PS weniger (160 PS bei 11000/min) ausweist als die Tuono, fühlt man sich auf der Strasse in keiner Sekunde unterlegen und wird von ihr auch dann nicht stehen gelassen, wenn es hart auf hart kommt. Und das, obwohl die Bayerin mit 112 Nm bei 9250/min auch drehmomentseitig leicht unterlegen ist.  

Der V2 der KTM dagegen gibt sich als Kraftprotz schlechthin. Im Vergleich zu dessen Basistriebwerk im inzwischen nicht mehr produzierten Supersportler RC8 wurde der Hubraum durch Vergrösserung von Bohrung und Hub von 1195 auf 1301 ccm erweitert. Damit erreicht die Super Duke ein deutlich grösseres Drehmoment (144 statt 127 Nm), bei fast identischer Leistung. Die anfangs angegebenen 180 PS wurden zwischenzeitlich zwar auf 173 herunterkorrigiert, was aber immer noch für einen beachtenswerten Quasi-Gleichstand mit dem Tuono-V4 reicht.

Obwohl selbst der hochgezüchtete KTM-V2 – wie alle anderen Antriebe dieses Quartetts auch – die Disziplin Tempo-30-Zone ohne mühsames Geruckel meistert, ist er schon der gefühlte Hurrikan, der einem das Gefühl von höchster Überlegenheit gibt. Denn mit ihm hat man es einfach – egal bei welcher Drehzahl – in der rechten Hand, unverzüglich einen Wirbelsturm losbrechen zu lassen.

Einen in gewisser Hinsicht ähnlichen Charakter hat das Triebwerk der Yamaha. Zumindest, wenn der Fahrmodus B mit der direktesten Gasannahme gewählt wurde. Ist das der Fall, tritt einem nämlich auch der überarbeitete CP4-Motor aus dem Racer R1 mächtig in den Hintern, sobald man den Gasgriff bewegt.Zwar nicht ganz so brutal wie der österreichische V2, aber insbesondere bei tieferen Drehzahlen doch mit mehr Aggressivität als der Tuono-V4 oder der konventionelle Reihenvierer der BMW. Wie letzterer leistet der MT-10-Motor maximal 160 PS (bei 11 500/min) und mit 111 Nm bei 9000/min sind auch die Drehmomentspitzen nahezu identisch, und bei fast gleicher Drehzahl an der Welle.

Elektronikpakete und -päckchen

So toll sich der eigentliche Punch der MT-10 anfühlt, so harsch erfolgt sein Einsatz im Modus B. Zu giftig, wie wir finden. Entweder man weicht auf den sanften Standardmodus aus (und verzichtet auf den R1-Kick) oder man versucht, seine Motorik entsprechend einzustellen, was je nach Terrain aber nicht immer einfach ist. Fahrmodi zur Wahl einer direkteren bzw. weniger direkten Gasannahme haben auch die drei Mitstreiter, die von einer solchen Kritik verschont bleiben. Während sich bei der Yami und der Aprilia an der Höchstleistung in keinem Modus etwas ändert, bieten die BMW und die KTM zudem noch einen "Rain"-Modus, der bei der BMW nur noch 136, bei der KTM 100 PS freigibt.

Auch was die übrigen elektronischen Helfer angeht, gibt es in diesem Quartett grosse Unterschiede. Am simpelsten bestückt ist die MT-10, die im Weiteren lediglich noch über eine dreistufige Traktionskontrolle, ein einstufiges ABS sowie über einen Tempomaten verfügt. Schade, lässt sich dieser erst ab 50 km/h aktivieren. Als einzige Mitbewerberin bietet die S 1000 R auch einen Tempomaten (Option), der an unserem Testbike Bestandteil des Sport-Pakets ist. Dasselbe gilt für die zwei weiteren Fahrmodi "Dynamic" und "Dynamic Pro" (ABS nur vorne, deaktivierte Abhebe­erkennung vorn und hinten) sowie für die dynamische Traktionskontrolle, die im Gegensatz zur standardmässigen Stabilitätskontrolle auch die Schräglage berücksichtigt. Ferner wartet die Bayerin mit einem Schaltassistenten und dynamischer Dämpfungsanpassung (Teil des Dynamik-Pakets) auf. Ihr ABS ist auf die Fahrmodi abgestimmt.  

Aprilia fasst die serienmässig umfangreiche Elektronik unter dem Namen Aprilia Performance Ride Control (APRC) zusammen. Das System beinhaltet eine achtstufige Traktionskontrolle (der mögliche Driftanteil hängt auch von der Kurvengeschwindigkeit ab), eine dreistufige Wheeliekontrolle, eine Launch Control (für den perfekten Start auf der Rennstrecke), einen Quickshifter und ein dreistufiges ABS, das mit allen Motor-Mappings frei kombinierbar ist. Selbst ein Motorbrems-Management (an die Fahrmodi geknüpft) ist an Bord.

Die KTM wartet neben der ebenfalls schräglagenabhängigen Traktionskontrolle, die zugleich auf die Fahrmodi abgestimmt ist, mit einem ABS auf, das ebenso vom Fahrmodus abhängig reagiert und zudem über einen Supermoto-Modus (nur vorne aktiv) verfügt.

Was wir vermissen

Auf unserer Testfahrt auf der öffentlichen ­Strasse und bei besten Bedingungen vermissen wir auf den beiden elektronisch weniger üppig ausgestatteten Bikes höchstens einen Quickshifter. Für die MT-10 gibt es einen solchen im Original-Zubehör (siehe Kasten), für die 1290 Super Duke R dagegen nicht. Doch das ist halb so schlimm, denn die beiden Getriebe funktionieren manuell tipptopp – das der Yamaha vielleicht noch etwas geschmeidiger. Auch an der Tuono gefallen Schaltung und Quickshifter.

Keine zu hohen Handkräfte

Kein abschliessendes Fazit lassen Getriebe und Quickshifter der BMW zu. Am Testmotorrad scheint der Schaltassistent nicht ganz richtig eingestellt zu sein, was uns BMW Schweiz nachträglich auch bestätigt. Für alle vier lässt sich noch sagen, dass keine der Kupplungen zu hohe Handkräfte erfordert und auch die Dosierung beim Anfahren oder beim Rumzirkeln vorm Ampelstopp passt.

Unterschiedliche Rückmeldungen

Klare Unterschiede gibt es bei den Fahrwerken: Im direkten Vergleich wird deutlich, dass die Auslegung der MT-10 am universellsten ist. Sie bietet wohl sportliche Qualitäten und Hanging-off ist mit ihr genauso möglich wie mit allen anderen auch, doch kommt sie hinsichtlich Präzision nicht ganz an die Fahrwerke der Aprilia oder der KTM ran. Das hintere Federbein könnte im Basis-Setup sogar als leicht unterdämpft empfunden werden.

Die Aprilia ist gegen die Yamaha geradezu supersportlich ausgelegt: sehr zielgenau, straff und erstklassig gedämpft. Schnell genommene kurze Bodenwellen steckt sie tadellos weg. Auch ein Grund, warum man auf einen gewissen Komfort während der Tour nicht zu verzichten braucht, auf der KTM dagegen schon eher. Dafür übertrifft die Super Duke R die Tuono in der Zielgenauigkeit sogar noch ein wenig. Das Zusammenspiel von Gabel und Federbein ist an der Österreicherin schlicht beeindruckend gut.

Die BMW fällt in diesem Quartett mit ihrem elektronischen Fahrwerk ein wenig aus dem Rahmen. Die "Dynamic Damping Control" passt – der gewählten Grundeinstellung entsprechend – die Dämpfung von Gabel und Federbein im Millisekundenbereich dem Fahrmanöver und dem Untergrund an. Ein tolles High-Tech-Feature, das aber nicht so viel herausholen kann, um die Fahrwerke der Kontrahentinnen auf die Plätze zu verweisen. Es ist am ehesten vergleichbar mit jenem der Tuono, ist klar auf Sportlichkeit getrimmt und bietet eine ähnliche Stabilität, doch kann es letztlich bei der Handlichkeit nicht ganz mithalten.

Wer später bremst...

Wenn es ums engagierte Anbremsen vor Kurven geht, lässt sich bei der Newcomerin aus Japan erneut sagen: Sie ist die Allrounderin. Ihre Bremsen verzögern zwar ordentlich, aber dazu brauchen sie etwas mehr Kraft am Handhebel als die Stopper der Konkurrenz. Die Dosierung passt ebenso, doch bieten insbesondere die Tuono und die Super Duke R einen knackigeren Druckpunkt. Auch sonst wissen die Bremsen dieser beiden Bikes rundum zu überzeugen. Gnadenlos und ohne viel Handkraft zupacken können auch die Bremsen der BMW. Allerdings beissen ihre Zangen anfangs sogar etwas zu rabiat zu, was die sanfte Korrektur in der Kurve nicht gerade unterstützt.  

Je nach Bedürfnis – oder Geschmack...

Nach den einzelnen Testrunden auf den verschiedenen Bikes steigen wir jeweils alle mit einem Grinsen ab. Und am Ende des Tages lautet ein einhelliges Fazit: Jede Maschine darf als ernstzunehmender Mitbewerber im Feld der Power-Nakeds gelten. Jedes Gesamt- und insbesondere auch jedes Motorenkonzept hat das Zeug zum Rauschmittel! Entscheidend sind letztlich die persönlichen Bedürfnisse.

Vielleicht hilft ja aber bereits der Anblick? Denn hier trennen die einzelnen Bikes ja Welten bzw. Universen. Die MT-10 treibt den martialischen Auftritt, der in der gezeigten Farbkombi "Night Fluo" besonders zur Geltung kommt, auf die Spitze. Vergleichbar auffällig ist die 1290 Super Duke R mit Special-Edition-Paket. Es umfasst viele KTM-Power-Parts, die nicht nur die Performance, sondern auch die Optik auf eine neue Stufe setzen. Zudem ist die Farbe Galvano Orange (u. a. am Frontschutzblech und an den Seitenverkleidungen) der SE vorbehalten.

Die S 1000 R hat neben ihrer perfekten Nase zwar zwei ungleiche Augen, setzt sonst aber auf ein eher schlichtes, klassisch-dynamisches Naked-Bike-Design. Die Tuono darf man wohl als klassische italienische Schönheit bezeichnen, was sie vor allem ihrer Halbverkleidung und dem sexy Heck der Supersport-Schwester RSV4 verdankt.

 

 

Fazit

Yamahas neues Top-Naked-Bike schlägt sich im etablierten Umfeld gut. Im Vergleich hat sich gezeigt, dass sie  – ausser in der Optik – das Extreme anderen überlässt und am besten als Generalistin taugt. Sie ist denn auch die einzige, die nicht mit expliziten Rennstrecken-Accessoires als Originalzubehör aufwarten kann und in Sachen Elektronik betont simpel bleibt. Das bringt letztlich genauso viel potenziellen Fahrspass für die Strasse, aber zu einem viel tieferen Preis. Faire Deals bieten aber auch die Mitstreiterinnen und jedes Motorenkonzept hat unbedingt seine Berechtigung.

 


 

Aprilia-Originalzubehör

Für die Aprilia Tuono V4 1100 Factory gibt es verschiedene Zubehörteile sowohl für die Strasse als auch ohne Homologation nur für die Rennstrecke. Alle Verkaufspreise ohne MwSt.  

Strasse (Auswahl):

  • Karbon- / Titan-Slip-on-Schalldämpfer von Akrapovic (Fr. 1996,30). Aluhalterung (Fr. 192.60) 
  • Justierbarer Nummernschildhalter (Fr. 252.80)
  • Touring-Windschild (Fr. 200.–)
  • Gel-Sattel (Fr. 146.30)
  • Karbon-Schutzblech vorne (Fr. 382.40)
  • Karbon-Schutzblech hinten (Fr. 244.45)
  • Karbon-Fersenschützer (Fr. 104.60)
  • Tankabdeckung aus technischem Gewebe und Einsätzen in Karbon-Look; dient auch zur Aufnahme von Tankrucksäcken (Fr. 210.15)
  • Tankrucksack klein (3 Liter, Fr. 151.85) 
  • Tankrucksack gross (9 Liter, Fr. 211.10) 
  • AMP Multimedia-Plattform zur Verbindung von Bike und Smartphone – fürs Setup und zur momentanen / nachträgl. Auswertung diverser Daten (Fr. 437.40 + Installationskit Fr. 83.50)

Rennstrecke (Auswahl):

  • Komplett-Auspuff (Karbon oder Titan) von Akrapovic (Fr. 3502.75). Aluhalterung (Fr. 167.60)
  • Schaltschema-Umkehrung (Fr. 277.75)
  • Fussrasten aus dem Vollen gefräst, 9 Positionen und Mikroeinstellung für Brems- und Schalthebel (Fr. 1147.20)

 

 

 

BMW-Originalzubehör

Für die BMW S 1000 R gibt es verschiedene Zubehörteile sowohl für die Strasse als auch ohne Homologation nur für die Rennstrecke. Alle Verkaufspreise inkl. MwSt.  


Strasse (Auswahl):

  • High-Performance (HP) Fussrastenanlage (Fahrer: Fr. 620.–; Sozius: Fr. 155.–)
  • Schaltassist. (Fr. 380.– + Freischaltcode Fr. 44.–)
  • HP Kupplungshebel klappbar (Fr. 140.–)
  • HP Bremshebel klappbar (Fr. 175.–)
  • HP Kupplungshebelprotektor (Fr. 135.–)
  • HP Bremshebelprotektor (Fr. 138.–)
  • HP Carbon Radabdeckung (vorn: Fr. 340.–; hinten: Fr. 316.– + Befestigung Fr. 42.–)
  • HP Carbon Tankblende (Fr. 315.– je Seite)
  • HP Titan-Abgasanlage (Fr. 2520.– + Freischaltcode: Fr. 425.– + 2 Bowdenzüge: je Fr. 54.–)
  • Sportschalldämpfer v. Akrapovic (Fr. 790.–)
  • Tankrucksack (Fr. 216.–) 
  • Hecktasche (Fr. 264.–)
  • Höckerabd. (Fr. 216.– + Befestig.: Fr. 39.50)
  • BMW Navigator V (Fr. 796.– + Halterung: Fr. 70.–)
  • Windschild Sport, getönt (Fr. 190.–)
  • Komfortsitzbank (Fr. 270.–; Sozius: Fr. 200.–)
  • Motorprotektor (links: Fr. 135.–, rechts: Fr. 105.–)


Rennstrecke:

  • HP Infrarot-Empfänger für Laptimer (Fr. 190.–)
  • HP Infrarot-Sender für Laptimer (Fr. 190.–)
  • HP Race Datalogger (Fr. 600.–)

 

 

 

KTM-Originalzubehör

Für die KTM 1290 Super Duke gibt es verschiedene Zubehörteile sowohl für die Strasse als auch ohne Homologation nur für die Rennstrecke. Alle Verkaufspreise inkl. MwSt.  


Strasse (Auswahl):

  • Titan-Slip-on-Auspuff von Akrapovic (Fr. 1034.64)
  • Lenkungsdämpferkit (Fr. 459.22)
  • Verstellbare Alu-Fussrastenanlage, 6-fach verstellbar, Karbon-Fersenschützer (Fr. 631.80 + optionale Schaltschema-Umkehrung Fr. 56.48)
  • "Supermoto"-ABS, ABS nur vorn (Fr. 136.94)
  • Ergo-Sitz (Fahrer: Fr. 183.06; Sozius: Fr. 113.94)
  • Heizgriffe (Fr. 229.07)
  • Automat. Blinkerrückstellung (Fr. 53.09)
  • Seitentaschen, je 18 l, wasserdichte Innentaschen (Fr. 574.34; + Halterung: Fr. 90.94)
  • Tankrucks., bis 18 l, wasserd. Innent. (Fr. 183.06)
  • Hecktasche gross, 24 bis 36 l, Befestigung auf Soziussitz oder sep. Trägerplatte (Fr. 194.51)
  • Hecktasche klein, 10 bis 30 l, nur auf Soziussitz zu befestigen (Fr. 136.94)
  • Soziussitzabdeckung (Fr. 183.06)
  • Gabel-Sturzpads (Fr. 44.93)
  • Karbon-Schutzblech vorne (Fr. 344.09)


Rennstrecke (Auswahl):

  • Akrapovic-Komplett-Auspuffanlage Evolution aus Titan, 6 kg Gewichtseinsparung (Fr. 2875.93)
  • GFK-Race-Seat, 2 cm höher (Fr. 263.63)
  • Startnummerntafel, statt Scheinw. (Fr. 263.63)

 

 

 

Yamaha-Originalzubehör

Für die Yamaha MT-10 gibt es verschiedene Zubehörteile, die alle für die Strasse zugelassen sind. Alle Verkaufspreise inkl. MwSt.  


Strasse (Auswahl):

  • Quickshifter, von der R1 abgeleitet (Fr. 309.–)
  • Halbhohe Touringscheibe (Fr. 209.–) Windabweiser (Fr. 95.–)
  • Titanauspuff von Akrapovic (Fr. 1120.–)
  • Komfortsattel (Fr. 325.–)
  • Tankpad (Fr. 29.–)
  • Handschützer mit Windabweisern (Fr. 235.–) 
  • Gepäckträger zur Topcaseaufnahme (Fr. 199.–)
  • Topcase (39 Liter: Fr. 185.–; 50 Liter: Fr. 225.– + jeweils Schliesszylinder: Standard Fr. 19.–; mit Fahrzeugschl. kompatibel: Fr. 29.–)
  • Topcase-Innentasche (Fr. 49.– bzw. Fr. 65.–)
  • Topcase-Rückenlehne (jeweils Fr. 59.–)
  • Soft-Seitentaschen (Fr. 485.– + Halterung: Fr. 269.–)
  • Tankrucksack (Sport, 5 bis 9 Liter: Fr. 119.–; Tour, 16 bis 22 l: Fr. 198.–; City, 11 bis 15 l: Fr. 179.–) 
  • Tankrucksack-Halterung (Fr. 49.–)
  • 12-Volt-Steckdose (Fr. 45.–)
  • GPS-Halterung, für die meisten Geräte (Fr. 59.–)
  • Heizgriffe, dreistufig (Fr. 159.–)
  • Billett-Fussrasten mit 20 Einstellpositionen und einstellbaren Brems-/Schalthebeln (Fr. 895.–)
  • Aluminium-Sozius-Fussrasten (Fr. 115.–)
  • Einstellbare Brems- / Kuppl.-Hebel (je Fr. 152.–)
  • Alu-Nummernschildhalterung (Fr. 149.–)

 

 

Aprilia Tuono V4 1100 Factory

Hubraum: 1077 ccm
Leistung: 175 PS bei 11 000/min
Gewicht: 203 kg fahrfertig 
Preis: 18 690 (RR: 16 490) Franken
Verkehrsabgabe: 60 bis 340.20 Fr./Jahr


Plus-Minus

+ Motor
+ Bremsen
+ Sound (in freier Wildbahn) und Optik
+ Maximum an modernster Top-Elektronik
– Die edle Factory-Ausführung ist teuer
– Zu laut in lärmempfindlichen Gegenden 
– Auf Dauer Kniewinkel etwas eng
– Höchster Verbrauch des Quartetts


Import

Ofrag Vertriebsgesellschaft, 5242 Lupfig, Tel. 056 202 00 00, www.aprilia.ch

 

BMW S 1000 R

Hubraum: 999 ccm
Leistung: 160 PS bei 11 000/min
Gewicht: 207 kg fahrfertig 
Preis: 16 510 (Basis: 15 550) Franken
Verkehrsabgabe: 60 bis 340.20 Fr./Jahr


Plus-Minus

+ Motor
+ Bremsen (bis auf extremen Initialbiss)
+ Maximum an modernster Top-Elektronik
+ Tiefster Verbrauch im Vergleich
– Hochfrequente Vibrationen um 6000/min
– Am wenigsten Motoremotionen im Vergl. 
– Sound auf Dauer eher aufdringlich
– Extremer Anfangsbiss der Bremsen


Import

BMW (Schweiz) AG, 8157 Dielsdorf,  Tel. 058 269 11 11, www.bmw-motorrad.ch

 

KTM 1290 Super Duke Special Edition

Hubraum: 1301 ccm
Leistung: 173 PS bei 8870/min
Gewicht: 213 kg fahrfertig 
Preis: 20 390 (Standard: 17 790) Franken
Verkehrsabgabe: 60 bis 396.90 Fr./Jahr


Plus-Minus

+ Motor, Sound
+ Bremsen
+ Modernste Top-Elektronik
+ Zweittiefster Verbrauch
– Schon in der Basisausführung teuer
– Kein Windschutz ab Werk
– Menü-Display: kontrastarm, textlastig
– Wer die SE will, muss orange lieben


Import

KTM Schweiz AG, 8500 Frauenfeld,  Tel. 052 725 08 88, www.ktm.ch

 

Yamaha MT-10

Hubraum: 998 ccm
Leistung: 160 PS bei 11 500/min
Gewicht: 210 kg fahrfertig 
Preis: 14 680 Franken
Verkehrsabgabe: 60 bis 340.20 Fr./Jahr


Plus-Minus

+ Motor, Sound
+ Keine Elektronikflut
+ Polarisierender Look
+ Der Allrounder im Quartett 
– Bremsen im Vergleich etwas wenig Biss
– Harte Gasannahme in 2 von 3 Modi
– Kein spezifisches Racing-Zubehör
– Tempomat erst ab 50 km/h aktivierbar


Import

Hostettler AG, 6210 Sursee,  Tel. 041 926 61 11, www.yamaha-motor.ch

 

MESSWERTE Aprilia BMW KTM Yamaha
Topspeed in km/h 280 258 290 245
Bechleunigung 0-100 km/h in Sekunden 3,2 3,3 3,3 3,2
Durchzug 60-100 km/h in Sekunden 3,1 2,8 3,4 3,2
Testverbrauch pro 100 km in Litern 8,1 7,0 6,7 7,6

 

 

Auch Felgen müssen nicht immer schwarz sein. Auch Felgen müssen nicht immer schwarz sein. © Richard A. Meinert
Hat man es nicht eilig, lässt die Tuono eine durchaus bequeme Oberkörperhaltung zu. Hat man es nicht eilig, lässt die Tuono eine durchaus bequeme Oberkörperhaltung zu. © Richard A. Meinert
Auf der S 1000 R neigt sich der Oberkörper zwangsläufig ziemlich weit nach vorn. Auf der S 1000 R neigt sich der Oberkörper zwangsläufig ziemlich weit nach vorn. © Richard A. Meinert
Auf der Super Duke R sitzt man zwar nicht extrem gebückt, aber doch sehr angriffig. Auf der Super Duke R sitzt man zwar nicht extrem gebückt, aber doch sehr angriffig. © Richard A. Meinert
Die MT-10 erlaubt die von Grund auf lockerste Sitzhaltung. Die MT-10 erlaubt die von Grund auf lockerste Sitzhaltung. © Richard A. Meinert
Zusammen brausen hier 668 Pferde aus 4375 Kubikzentimetern. Zusammen brausen hier 668 Pferde aus 4375 Kubikzentimetern. © Richard A. Meinert
Aprilia-Bremse. Aprilia-Bremse. © Richard A. Meinert
Aprilia-Instrument. Aprilia-Instrument. © Richard A. Meinert
Übersichtliche und wertige Armaturen an der Aprilia. Übersichtliche und wertige Armaturen an der Aprilia. © Richard A. Meinert
BMW-Bremsen. BMW-Bremsen. © Richard A. Meinert
Das BMW-Instrument. Das BMW-Instrument. © Richard A. Meinert
Übersichtliche Schaltereinheit an der BMW. Übersichtliche Schaltereinheit an der BMW. © Richard A. Meinert
KTM-Bremsen. KTM-Bremsen. © Richard A. Meinert
KTM-Instrument. KTM-Instrument. © Richard A. Meinert
Vier Tasten für die Menüführung bei KTM. Vier Tasten für die Menüführung bei KTM. © Richard A. Meinert
Yamaha-Bremse. Yamaha-Bremse. © Richard A. Meinert
Yamaha-Instrument. Yamaha-Instrument. © Richard A. Meinert
Die Yamaha-Schaltereinheit ist schlicht und funktional. Die Yamaha-Schaltereinheit ist schlicht und funktional. © Richard A. Meinert
Eine bunte Bande. Eine bunte Bande. © Richard A. Meinert
Leistung am Hinterrad. Leistung am Hinterrad.