KTM 1190 Adventure - BMW R 1200 GS - Aprilia Caponord 1200 TP (von links).
KTM 1190 Adventure - BMW R 1200 GS - Aprilia Caponord 1200 TP (von links). © Alex Krassovski, Ulf Böhringer

Smart Bikes

Adventure, GS, Capon.

Von Michael Kutschke
02.01.2014 11:23:15

Intelligente Fahrzeuge: In Science-Fiction-Filmen ist es bereits so weit. Aprilia, BMW und KTM zeigen, wohin die Hightech-Reise geht.

Alles, was man mit einem Töff macht, kann elektronisch unterstützt werden. Anfahren: Launch Control. Beschleunigen: Traction Control. Bremsen: ABS. Gangwechsel: Quickshifter. Und seit neuestem gibt es ja auch noch elektronische Fahrwerke.

Mal ehrlich, sind Sie der Meinung, dass das alles für einen hartgesottenen Tourenfahrer so überflüssig ist wie ein Kropf? Fakt ist, im Grossenduro-Segment hat ein Elektronik-Wettrüsten begonnen, das die japanischen Hersteller zu verschlafen scheinen: Aprilia Caponord, BMW R 1200 GS, KTM 1190 Adventure - gleich drei topaktuelle Bikes buhlen mit jeder Menge Elektronik um die Vorherrschaft im Stelzentourer-Segment. Die neue Dimension des Motorradtourings kommt aus Europa, mit multifunktionellen Maschinen, die sich verwandeln können. Aber lassen diese Technologieträger die konventionellen Modelle der Konkurrenz wirklich so alt wie die Primaten aus der Steinzeit aussehen? Eine Frage, die es zu klären gilt.

Wer zu spät kommt … 

Wir erinnern uns an den «Circus Maximus» in TÖFF 06/12: Da haben wir das Erscheinen der neuen Triumph Explorer zum Anlass genommen, das gesamte Segment der Multitools gegeneinander antreten zu lassen. Zehn Stelzentourer, zehn Fahrer, 18 Fragen - 1800 Noten haben wir ausgewertet. Seither hat sich bei den Kawasaki Versys, Honda Crosstourern, Moto Guzzi Stelvios, den Triumph Explorern und bei den Ténérés nichts Grundlegendes getan. Nur Ducati hat die Zeichen der Zeit erkannt und die eh schon hochmoderne Multistrada einer Überarbeitung unterzogen. Auch sie lockt jetzt mit einem Hightech-Fahrwerk, das sich an den Strassenzustand selbständig anpassen kann.

Und unser Testtrio lässt die japanische und britische Konkurrenz besonders alt aussehen, denn zum 90. Jubiläum des Boxers hat BMW das Bestsellerbike R 1200 GS völlig neu konstruiert. Ganz frisch, nach neuem Hightech-Rezept gebacken, präsentiert sich auch KTM. Die brandneue 1190 Adventure löst nicht nur das hochbeinige 990er-Stollenschiff ab, sondern auch die quirlige Reise-Supermoto 990 SMT. Und selbst Aprilia will mit einer voll elektronisierten Caponord der etablierten Konkurrenz richtig eins überbraten.

So wird die Konkurrenz weggezappt 

Widmen wir uns zunächst einmal den harten Fakten: Mit nominal 150 PS ist KTM das stärkste Hightech-Stück gelungen. Die 1190 Adventure drückt satte 25 PS mehr ab als die Konkurrentinnen BMW und Aprilia. Drei Motormodi sind bei allen Testbikes Stand der Technik. Das abschaltbare ABS und die Traktionskontrolle auch. Fünf Fahrmodi hat BMW vorkonfiguriert, KTM vier. Diese lassen sich bei der GS und der Adventure mit drei Kennfeldern des elektronischen Fahrwerks, drei Motormodi dem ABS, bzw. der Traktionskontrolle nach eigenen Vorlieben vom Lenker aus entsprechend miteinander kombinieren. So also wird die Konkurrenz weggezappt.

Aprilia geht einen anderen Weg: Dank ihres Single-Map-Systems braucht der Caponord-Pilot nicht zwischen verschiedenen Fahrwerksmodi herumzuschalten. Das Single-Map deckt immer das ganze Federverhalten von Komfort bis Sport automatisch ab. Egal, ob man das Motormapping auf Sport, Touring oder Rain eingestellt hat.

Von wegen virtueller Raum 

Angesichts dieser prallen Packung wird wohl jeder zustimmen, dass sich beim Herumrollen auf der Via sicura kaum etwas über die Qualitäten der neuen Mechatronik-Bikes sagen lässt. Virtuell ist bei uns nichts, Landvogt Gesslers Hightech-Radarhüte wollen wir auch nicht grüssen, und von Eventualvorsatz kann bei uns keine Rede sein - wir machen alles mit voller Absicht. Deshalb packen wir lieber die Koffer. Vier Tage lang und mehr als 2000 Kilometer bolzen wir durch Schlaglöcher, konfrontieren die Traktionskontrollen mit Splitt in Kurven, Ölspuren, abrupt wechselndem Grip, versuchen die E-Fahrwerke mit fiesen Bodenwellen aus dem Takt zu bringen.

Das verschärfte Testprogramm im Hinterland zwischen Nizza und Toulon beginnt mit Stop-and-Go im Stadtverkehr, geht weiter mit engsten Serpentinensträsschen, einer schnellen Etappe mit welligen Kurven auf der gut ausgebauten N85 von Castellane nach Grasse und endet mit der Autobahnetappe nach Zürich. Die Töff werden durchgetauscht und alles genauestens protokolliert.

Zuerst zur Vierspurigen: Zwischen Nizza und Zürich schlagen wir uns um die R 1200 GS. Nicht nur wegen ihres genialen Tempomaten, den hat die Aprilia auch. Voll des Lobes sind die Tester über den Windschutz und den Sitzkomfort. Es ist kaum zu glauben, wie effektiv die GS-Plexiglasscheibe den anstürmenden Orkan vom Fahrer fernhält. Es sind sich alle einig, dass die KTM das zwar fast genauso gut kann, aber ganz so ruhig geht es hinter dem Windschild der KTM halt nicht zu, und auf der 600 Kilometer langen Autobahnetappe sehnt sich das Hinterteil des Adventure-Piloten schneller nach einer Pause als alle anderen. Ganz anders die Aprilia, ihr Sitzkomfort erinnert an einen Clubsessel, aber der enge Kniewinkel und die Verwirbelungen im Helmbereich stören. So, alle durch? Zur Wertung «Autobahn»: Platz 1: BMW; Platz 2: KTM; Platz 3: Aprilia.

Die Jagd ist eröffnet 

Menton. Dumpf ballernd saust die TÖFF-Crew ins kurvige Vergnügen. «Zapp», Schluss mit gemütlich, Transformationssequenz Sport: Es ist wirklich spürbar, wie sich die Fahrwerke für den Kurvenfight vorspannen. Bereits auf der gut ausgebauten N7 mit ihren weiten Bögen schnappt sich die KTM das blaue Band für den sportlichsten Motor: Los geht’s ab 3000 Touren. Über 6000 Umdrehungen sprintet die KTM davon wie von der Tarantel gestochen. Dieses Triebwerk verkörpert die pure Lust am Angasen - aber nur, wenn man sich fleissig durchs Getriebe arbeitet. Die 1190er klappt im Sportmodus wie von selbst in Schräglage und birgt ein so gewaltiges Leistungspotenzial, dass es den Buben von der Sicura-Fraktion angesichts der angeschliffenen Koffer wohl die Zornesröte ins Gesicht treiben würde.

Col de Vence, die Bögen werden enger, es schlägt die Stunde der BMW: «Zapp», Transformationssequenz Dynamic: Gnadenlos, mit dem breitest nutzbaren Leistungsberiech spielt der unter Teillast rau laufende Motor ab 2000 Touren mitleidslos seine Drehmomentkarte aus. So vehement hetzte noch kein BMW-Boxer durchs Drehzahlband. Der neue Einarmige-Schwingen-Bandit aus Bayern deklassiert gar beim Durchzugstest im sechsten Gang, von 60 auf 120 km/h, die starke KTM. Auch im fünften und im vierten sieht die Österreicherin alt aus.

Wenn der KTMler jedoch den Schaltfuss heftig walten lässt und den Drehzahlmesser in ungeahnte Höhen treibt, dann beginnt ein Inferno, gegen das die GS nichts mehr entgegenzusetzen hat. Jedoch verwöhnt die GS sportliche Fahrer mit der grössten Schräglagenfreiheit des Trios. Da kratzt nichts, da setzt nichts auf. Aber auch der neue Boxer ist seinen Traditionen verpflichtet und nicht nur für notorische Speed-Junkies erste Sahne. Denn man kann mit der GS auf der Via sicura auch prima Blumen pflücken gehen. Beim Fahren versteht sich. Während sich die KTM und auch die Aprilia nach solchem Tun nur angewidert schütteln, drückt der Boxer aus dem tiefsten Drehzahlkeller kraftvoll ab.

Und die Aprilia? Zwar wirkt der V2 bei Drehzahlen unter 3000/min im Vergleich zur BMW fast schon schwach. Aber wehe, der Ortsausgang naht: «Klack, klack» … die Drehzahlmessernadel lässt die 5000er-Marke hinter sich - wie mit einem Knall katapultiert der Twin dann nach vorne. Dreh mich, press mich aus! Wird das Flehen erhört, posaunt die Italienerin ihren Dank ohne falsche Zurückhaltung aus dem massigen Endrohr. Richtig gute Manieren hat er aber nicht, der Aprilia-Treibsatz, womit wir wieder beim fröhlichen Zappen wären: Im Sport-Modus geht die Italienerin im Vergleich zu den Mitbewerbern aus dem Schiebebetrieb viel zu harsch ans Gas. Zitat aus dem Testprotokoll: «Auch im Touring-Modus ist die Caponord im Vergleich zur BMW und zur KTM ein Raubauz. Der Sport-Modus ist auf Landstrassen gänzlich entbehrlich, denn der Unterschied zum T-Mapping ist zu gering.

Wegen ihrer ruppigen Gasannahme fordert die Aprilia auch beim Langsamfahren ihren Fahrer am meisten im Trio. Das Getriebe lässt sich zwar gut schalten, aber die hohen Kupplungshandkräfte nerven besonders im Stadtverkehr. Das im Vergleich am softesten agierende E-Fahrwerk geht fürs sportliche Touren in Ordnung. Wer allerdings gern auf der letzten Rille unterwegs ist, stösst wegen des trägen Einlenkens und der eingeschränkten Schräglagenfreiheit schnell an Grenzen. Auf der Habenseite: Ihr Motorsound weckt beim Fahren die meisten Emotionen. Fazit: Bei der Landstrassenwertung teilt sich die BMW R 1200 GS Platz 1 mit der KTM.

Die Zukunft fährt sich genial

So weit, so gut - jetzt, nach 2000 Kilometern, stellen wir die entscheidende Frage: Lassen diese Technologieträger die konventionellen Töffmodelle wirklich steinalt aussehen? Ja, denn sie passen Federung in Millisekunden dynamisch an die jeweilige Fahrsituation an und erleichtern so zum Beispiel das Umlegen des Motorrads in schnellen Wechselkurven oder das Abkippen in enge Serpentinen. Die gewählte Linie geht mit den smarten Bikes einfach spielerischer von der Hand. Und es ist schon ein geniales Erlebnis, wenn man spürt, wie sich die Smartbikes per Knopfdruck vom athletischen Asphaltjäger zur kernigen Pistensau oder zum Lastesel verwandeln. Sie sind gut zu den Menschen, denn sie lassen sie Spass haben, ohne sie zu entmündigen, und helfen ihnen sogar dabei, das Unvermeidliche zu meistern, das sie unterwegs manchmal bedroht. All das macht diese neue Töffgeneration zu einem bisher ungekannten, spassigen und interessanten Erlebnis.


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Notenwertung
Die Zensur
der Testfahrer
                                      
Motorradtyp Aprilia BMW KTM
Ergonomie: 4+ 5+ 4+ 4,6
Sitzkomfort: 5+ -6 5 5,3
Sitzhöhe: -6 4-5 5+ 5,2
Wind-/Wetterschutz: 4+ 5+ -5 4,8
Koffersystem: 4-5 6 -5 5,1
Gewicht: 4-5 -5 5 4,8
Bremsen: 5 -6 5+ 5,3
Fahrwerk: 4+ 6 5+ 5,2
Handhabung: 5 5 -5 4,9
Kurvenverhalten: 4-5 6 5+ 5,3
Motorcharakter: 4+ 5+ 5 4,8
Ausstattung: 4 -6 5+ 5
Finish: 4-5 5 5 4,8
Funktionalität: 5 5 5-6 5,2
Formgebung: 4+ -5 -5 4,6
Unterhaltskosten: 4 5-6 -5 4,8
Preis/Leistung: 5+ 5 -5 5
Endnote: 4,6 5 -5 5



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Was sonst noch interessant ist

Die Gepäcksysteme

BMW: Sie verfügt über das hochwertigste Koffersystem mit variablem Volumen, das sich mit 82 cm (+12) Breite dezent um das Heck schmiegt und weiter allen als Vorbild dienen darf. Note 6,0

KTM: Mit 98 cm Heckbreite muss man zwischen Pkw-Kolonnen und bei der Kurvenhatz aufpassen - die Koffer streifen auf dem Asphalt und sind mit 14,6 Kilo recht schwer. Das Verschlusssystem ist hakelig. Note 4,8

Aprilia: Nicht nur für Freude sorgt auch das Kunststoff-Koffersystem der Caponord (Heckbereite: 92 cm). Gut: die unzerklüfteten Innenschalen dank des tiefen Auspuffs. Weniger gut: das Handling der Boxen. Note 4,7


Die Assistenzsysteme

E-Fahrwerk, ABS: Aprilia/BMW/KTM: Rundum überzeugend ist die hervorragende Arbeitsweise der Assistenzsysteme von BMW und KTM. Die Spreizung der vorkonfigurierten Modi ist bei beiden Bikes grösser als bei der Aprilia. Das Single-Map-System der Caponord hat das Nachsehen, denn es stösst bei sehr sportlicher Gangart an seine Grenzen.

Bei der Vollbremsung aus 180 km/h überzeugt die Caponord durch die beste Bremsleistung, leider verfügt sie jedoch über keinen Überschlagsschutz. Man kann also nicht wie bei der BMW oder der KTM einfach den vollen Bremsdruck aufbauen und den Rest der Regelelektronik überlassen.

In Sachen Bremsleistung liegt die GS mit der Adventure gleichauf, bei der Bremsstabilität hat jedoch eindeutig die BMW die Nase vorn.


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Vergleich der Bedienkonzepte

Vier KTM-Menüschalter reichen, um mit den Assistenzsystemen zu interagieren. Aber das KTM-Display leidet an seiner Informationsflut und der schriftlastigen Darstellung. Visuelle Infos sind mit anderen Layout-Komponenten (Symbole, Diagramme, Farben) besser erfassbar. Dass man zum Anschalten der Heizgriffe durch die Menüs des Kombi-instrumentes zappen muss, ist Mumpitz. Genauso wie die Dialoggestaltung im Favoriten-Fenster: Hat man dort z.B. das Menü zur Verstellung des Fahrwerks angewählt, muss man in diesem nochmals mit «Set» bestätigen, dass man das wirklich will, bevor man endlich zur Tat schreiten kann.

Der Aprilia kommt ihr Single-Map-System zugute. Wo man nichts manuell verstellen kann, da brauchts auch keine komplexe Menüführung. Die Darstellung der Dashboard-Infos ist zu mickrig.

Innovativ ist anders, aber das BMW-Bedienkonzept lässt sich am einfachsten bedienen und lenkt am wenigsten ab. Elf Knöpfchen an den Lenker-armaturen fordern Gewöhnung, und sie sind bei Nacht nicht hinterleuchtet.



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Das Fahrzeug als interaktives System

Immer mehr elektronische und mechatronische Systeme machen moderne Fahrzeuge sicherer und effizienter - aber auch komplexer zu bedienen. Der benutzergerechten Gestaltung der Mensch-Maschine-Schnittstellen kommt daher eine immer grössere Bedeutung zu. Denn was bringt ein noch so ausgeklügeltes System, wenn man es nicht bedienen kann? Während der Fahrt verstellbare E-Fahrwerke, adaptierbare Traktionskontrollen und Motormappings: Hier ist die Gefahr, dass der Fahrer die Aktion, die er mit der Maschine auszuführen gedacht hatte, nicht realisieren kann, noch die kleinere.

Eine schlechte oder fehlerhafte Schnittstelle kann besonders beim Töfffahren lebensgefährlich sein. Gefragt sind daher eine Software-Ergonomie und ein Interaktions- wie Informationsdesign, das simpel zu bedienen und selbsterklärend ist sowie die Bewältigung der durchzuführenden Aktion so schnell wie möglich erlaubt. Ein gutes Bedienkonzept für die interaktive Fahrzeugsystemtechnik darf so wenig wie möglich von der Aufmerksamkeit des Benutzers in Anspruch nehmen, so dass für das Geschehen auf der Strasse und auch fürs Fahrvergnügen möglichst viel Augenmerk zur Verfügung steht.

Die komplizierten Bedienkonzepte der aktuellen Töffgeneration überzeu- gen gerade hier nicht. Die manuelle Steuerung der Assistenzysteme ist bei keiner Testmaschine der Weisheit letzter Schluss, denn alle fordern zu viel visuelle Aufmerksamkeit (Kasten S. 16). Bei 100 km/h legt man in der Sekunde, in der man z. B. versucht, das Infodisplay der KTM zu entziffern, fast 28 Meter zurück. Wie genial wäre es, wenn diese umständliche, manuelle Menüführung der Fahrassistenzsysteme beim Motorrad wegfallen würde? Science-Fiction? Nein - im Luxussegment der Autobranche setzt sich die Spracherkennungstechnik längst durch. Stellen Sie sich vor, wie Sie mit Ihrer Maschine während der -Pässejagd wie ein Kampfpilot kommunizieren und zum Beispiel das Fahrwerk blitzschnell per Sprachkommando verstellen, ohne auch nur eine Sekunde den Blick von der nächsten, leckeren Kehre wegnehmen zu müssen. Genial!


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Kostenvergleich
Originalzubehör Aprilia Caponord BMW R 1200 GS KTM 1190 Adventure
GPS-System n. lieferbar 363.80 271.16
Griffheizung 310.-* 240.- 223.88*
Hohes Windschild 359.- n. lieferbar 134.89*
12-V-Steckdose Serie Serie Serie
Elektron. Fahrwerk Serie 910.- 1030.- (Elektronikpaket)
Sturzprotektoren n. lieferbar 390.- 280.15* (Motorschutzbügel)
Handprotektoren Serie 199.- Serie
Zusatzscheinwerfer Preis k. A. 523.- (LED) 437.72*
Koffersatz inkl. Träger Serie 1042.- 1010,44
Koffer-Innentaschen n. lieferbar 332.- 269.56
Reise-Tankrucksack 524.- 271.- 159.52
Tempomat Serie 390.- n. lieferbar
* = zuzügl. Montage. Preise in CHF inkl. MwSt.
Sturz-/Verschleissteile
Kupplungshebel 99.70 84.25 87.84
Bremshebel 155.70 84.25 127.01
Rückspiegel (Stück) 45.90 95.60 98.60
Blinker (Stück) 62.80 47.- (LED) 49.36
Bremsbeläge kompl. v.+h. 378.- 240.85 174.74
Messwerte
Testverbrauch (sportl. Fahrweise) 8,0 L 5,8 L 7,15 L
Theoret. Reichweite 300 km 344 km 321 km
Gewicht (inkl. Koffer/Zubehör) 258,9 kg 258,5 kg 252,6 kg
Daraus result. max. Zuladung 201,1 kg 191,5 kg 187,4 kg
Service
Wartungsaufwand für 50'000 km 21,3 h 6,49 h 6,75 h
1. Wartung/W.-Intervalle 1000/10'000 1000/10'000 1000/15'000
Garantie (Jahre/km-Begrenzung) 2 / ohne 2 / ohne 2 / ohne
Kaufpreis des Testmotorrads 17'490 20'170 18'520
Preis des Basismotorrads 17'490 16'450 17'490



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Vom Smartbike zum Robotöff

Die Fahrdynamik moderner Smartbikes wird von semiaktiven und aktiven Assistenzsystemen bestimmt. Unsere Testtöff bedienen sich der selben Hardware-Lieferanten für ihre Fahrzeugsystemtechnik, die von den Firmen Continental und Bosch und im Falle der mechatronischen Federelemente von Sachs entwickelt wurde.

Die entscheidenden Unterschiede finden sich in der Sensorik und der Rechner-Software. Die aktuelle Systemtechnik reagiert über Sensoren am Chassis, den Rädern und an den Federelementen auf sich verändernde Parameter, also die Fahr-situation, die Geschwindigkeit und den Fahrbahnzustand. Die Messungen bilden die Grundlage für eine Interpretation durch die Software, mittels mathematischer Algorithmen, welche die Adaption z.B. des Fahrwerks über Ventile an den Stossdämpfern innert Millisekunden vornimmt. Bei einem aktiven Fahrwerk wird zusätzlich zur Dämpfung auch noch die Federvorspannung variiert.

Das intelligente Robomotorrad mit vollaktivem Fahrwerk, das mit Hilfe von Laser-Scannern, GPS, 3D-Kameras und Sensoren auf Fahrbahnzustände, Kurven und Hindernisse nicht nur reagiert, sondern diese bereits im Voraus erkennt und sich am Rotlicht selbst ausbalanciert, ist keine Science-Fiction mehr. Es gibt bereits ein- und zweirädrige Roboter, die das beherrschen.


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ABSCHLUSSWERTUNG
(Bewertung mit Schwerpunkt Asphalteinsatz)
Platz 1: BMW R 1200 GS Gesamtnote 5,3
+ Verbrauch/Durchzug/Koffer - Basisausstattung
+ E-Fahrwer/Handling/Fahrmodi - Analoginstrumente
Sport ****** Touring ****** Enduro ****
Platz 2: KTM 1190 Adventure Gesamtnote 5,0
+ Gewicht/Leistung/Fahrspass - Verbrauch/Koffer
+ Fahrwerk/Fahrmodi - Schmaler Lenker
Sport ****** Touring ***** Enduro ****
Platz 3: Aprilia 1200 Caponord TP Gesamtnote 4,6
+ Preis-Leistungs-Verhältnis - Verbrauch/Handling
+ Sound/Emotionen - Schräglagenfreiheit
Sport *** Touring **** Enduro *



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Aprilia Caponord TP

Hubraum: 1197 ccm
Leistung: 125 PS bei 8250/min
Gewicht: 249,5 kg vollgetankt
Preis: ab 17 490 Franken
Verkehrsabgabe: 60 bis 340 Fr./Jahr 


Auf den Punkt gebracht 
Die Aprilia begeistert komfortorientierte Fahrer. Der breite 180er-Pneu ist leider nicht vorteilhaft für ihre Kurvenagilität.


+ Umfangreiche Serienausstattung
+ Unkomplizierte Mapping-Menüs
+ Komfortabelste Fahrwerksabstimmung
+ Gute Verarbeitung, genialer Sound
- Windschutz, Stellschrauben Scheibe
- Sitzbank nicht höhenverstellbar
- Hohe Kupplungs-Handkräfte
- Seitenständer-Aufstellfläche zu klein


Motor ****
Fahrwerk ****
Ergonomie ****
Gepäcksystem *****


Import

Ofrag Vertriebsg., Hübelacherstr. 1, 5242 Lupfig, Tel. 056 202 00 00; www.aprilia.ch



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BMW R 1200 GS

Hubraum: 1170 ccm
Leistung: 125 PS bei 7700/min
Gewicht: 245 kg vollgetankt
Preis: ab 16 450 Franken
Verkehrsabgabe: 60 bis 396.90 Fr./Jahr


Auf den Punkt gebracht
Schotterpiste, Pässehatz, Autobahn oder Reise. Die GS setzt weiterhin die Bench- marks in ihrem Segment.


+ Bester Durchzug aus niedrigen Touren
+ Koffersystem im Volumen variabel
+ Schlanke Taille, guter Knieschluss
+ Beste Mensch-Maschine-Schnittstelle
- Schlecht ablesbare Analoginstrumente
- Topausstattung, aber durch Aufpreis
- Rauer Motorlauf in unteren Drehzahlen


Motor *****
Fahrwerk ******
Ergonomie *****
Gepäcksystem ******


Import

BMW (Schweiz) AG, Industriestr. 6, 8157 Dielsdorf; Tel. 058 269 18 18, www.bmw-motorrad.ch


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KTM 1190 Adventure

Hubraum: 1195 ccm
Leistung: 150 PS bei 9500/min
Gewicht: 238 kg vollgetankt
Preis: ab 17 490 Franken
Verkehrsabgabe: 60 bis 396.90 Fr./Jahr 


Auf den Punkt gebracht 
Es besteht kein Zweifel: KTM hat den grössten Fortschritt gemacht. So nah war noch kein Konkurrent an der GS dran.

+ Drehfreudiger Motor mit viel «Knall»
+ Gut abgestimmte Fahrmodi
+ Koffer sehr gut befüllbar
+ Geringstes Fahrzeuggewicht im Trio
- Knieschluss durch breites Tankdesign
- Ablesbarkeit des Menü-Displays
- Hakelige Mechanik, Kofferbefestigung


Motor *****
Fahrwerk *****
Ergonomie ****
Gepäcksystem *****


Import

KTM Schweiz, Zürcherstrasse 305, 8500 Frauenfeld, Tel. 052 725 08 88, www.ktm.ch

 

Die Aprilia bügelt Unebenheiten am komfortabelsten glatt, verlangt aber viel Arbeit am Lenker. Die Aprilia bügelt Unebenheiten am komfortabelsten glatt, verlangt aber viel Arbeit am Lenker. © Alex Krassovski, Ulf Böhringer
Offroad - Die breite Taille der 1190er stört, die moderate Sitzhöhe schafft Vertrauen. Offroad - Die breite Taille der 1190er stört, die moderate Sitzhöhe schafft Vertrauen. © Alex Krassovski, Ulf Böhringer
Bavarias Kampfroboter - Scharf wie ein Rasiermesser zieht die GS jede angepeilte Linie nach. Bavarias Kampfroboter - Scharf wie ein Rasiermesser zieht die GS jede angepeilte Linie nach. © Alex Krassovski, Ulf Böhringer
Messarbeit an unseren Testbikes. Messarbeit an unseren Testbikes. © Alex Krassovski, Ulf Böhringer
Alle drei sind bereit für Reiseabenteuer. Alle drei sind bereit für Reiseabenteuer. © Alex Krassovski, Ulf Böhringer
Das Aprilia-Cockpit ist aufgeräumt, aber schwer ablesbar. Das Aprilia-Cockpit ist aufgeräumt, aber schwer ablesbar. © Alex Krassovski, Ulf Böhringer
KTM-Cockpit mit kontrastarmem Display, zu textlastigen Infos und verbesserungswürdiger Menüführung. KTM-Cockpit mit kontrastarmem Display, zu textlastigen Infos und verbesserungswürdiger Menüführung. © Alex Krassovski, Ulf Böhringer
Der am schwersten ablesbare BMW-Tacho aller Zeiten. Der am schwersten ablesbare BMW-Tacho aller Zeiten. © Alex Krassovski, Ulf Böhringer