Zukunft CH-Töff-Sport

Starke Stimme

Von Peter Voncken
23.02.2009 10:22:08

FMS-Präsident Walter Wobmann will dem Motorradsport zu mehr Bedeutung verhelfen.

Nicht wenige FMS-Mitglieder und vor allem die damaligen Delegierten erinnern sich mit Grausen an die beiden Generalversammlungen 2006 in Olten und Bern, als nach dem Eklat der Schliessung der FMS-Geschäftsstelle Ende 2005 sogar die Auflösung des Verbandes diskutiert wurde und der gesamte Zentralvorstand mit Jean-Pierre Dubosson an der Spitze abgewählt wurde. Streitereien, Missgunst, Profilneurosen und eine desolate Finanzsituation brachten den Verband damals an den Rand seiner Existenz.

Seit Ende April 2007 in Mendrisio der SVP-Nationalrat Walter Wobmann zum neuen FMS-Zentralpräsidenten gewählt wurde, weht im Verband ein anderer Wind. Der 52-jährige Hobby-Motorradfahrer und gelernte Automechaniker, seit zwölf Jahren Verkaufschef einer Werkzeughandelsfirma, beherrscht die Regularien der professionellen Politik. Mit Diplomatie und Durchsetzungsvermögen brachte der Familienvater aus Gretzenbach / SO die Traditionalisten in der FMS ebenso hinter sich wie die Modernisierer.

In diesem Jahr will sich Wobmann noch stärker für die Interessen der aktiven Motorradsportler einsetzen und verweist auf die vergangene Saison: Da wurde der FMS nach dem Rückzug der Supermotard-Arbeitsgruppe Ende 2007 «ein Scherbenhaufen hinterlassen, und wir haben trotzdem eine erfolgreiche Supermoto-Saison auf die Beine gestellt mit dem Höhepunkt der Veranstaltung in Lignières.»

Obwohl sein Parteikollege Ulrich Giezendanner das Thema in der Öffentlichkeit zu sehr auf die Wiederzulassung von Formel-1-Rennen zugespitzt habe, «müssen wir weiter für die Abschaffung des Rundstreckenverbots in der Schweiz kämpfen», ist Wobmann überzeugt. «Nur mit einer gemeinsamen und starken Stimme kann man in diesem Land den Motorsport weiterführen», fordert der Politiker, dem sehr wohl bewusst ist, wie sehr dem Sport angesichts der ökonomischen Probleme und der starken Öko-Lobby der Wind ins Gesicht bläst.

Ein nationaler Politiker müsse seinen Einfluss geltend machen, lautet Wobmanns Selbstverständnis: «Der neue Bundesrat Ueli Maurer ist als Chef der Armee dem Motorradsport gegenüber durchaus positiv eingestellt», weiss der Nationalrat und erinnert an den erfolgreichen Widerstand gegen die Initiative seines Heimatkantons Solothurn im vergangenen Jahr, den Motocross-Sport mit neuen Auflagen zu verhindern. Ein weiterer diplomatischer Vorstoss steht kurz bevor:

Noch im März will sich Wobmann mit den Vertretern des Amateurverbandes SAM treffen, um für eine intensivere Zusammenarbeit zu werben. Dies sei eine seiner zentralen Aufgaben als FMS-Präsident, sagt Wobmann. Qualität und Sicherheit sollen weiterhin die auch 2009 von der FMS-Supermoto-Kommission – die Bezeichnung Supermotard steht bei der FMS auf dem Index – organisierte Meisterschaft prägen, ebenso die Premiere eines Motorradsport-Festivals im Rahmen des vierten Laufs zur Schweizer Strassen-Meisterschaft vom 3. bis 5. Juli in Dijon, das unter FMS-Regie stattfinden wird.

Auch die Nachwuchsförderung wird nicht zu kurz kommen: Erstmals schreibt die FMS eine Schweizer Minibike-Meisterschaft für Nachwuchsfahrer und Neueinsteiger aus, deren Reglement sich am ADAC-Minibike-Cup orientiert.

Infos: www.minibike-trophy.ch

Walter Wobmann: Nur mit gemeinsamer Stimme sind wir stark. Walter Wobmann: Nur mit gemeinsamer Stimme sind wir stark. © Daniele Carrozza