Pseudo-Umweltzonen

Aufruf der IG Motorrad

10.11.2010 16:07:40

Es könnte sein, dass Sie mit Ihrem Töff bald nicht mehr nach Hause fahren dürfen. Damit es nicht so weit kommt, braucht die IG Motorrad Unterstützung. Hier, ihr Statement.

Bundesrat Moritz Leuenberger hat uns ein Abschlussgeschenk gemacht. So genannte Umweltzonen sollen gemäss Bundesamt für Verkehr auch in der Schweiz eingeführt werden. Das hätte zur Folge, dass ältere Fahrzeuge bestimmte Zonen in unseren Städten nicht mehr befahren dürfen. Wo, wie und in welchem Umfang diese Zonen errichtet werden, ist Angelegenheit der Kantone. Natürlich sind auch Motorräder dieser Regelung unterstellt. Ein Motorradfahrer, der einen Töff besitzt, welcher vor dem 1. Juli 2004 (!) eingelöst wurde, dürfte diese Zonen nicht mehr befahren.

Obwohl die Planer für ihr Vignettensystem die europäischen Abgasnormen zugrunde legen, messen sie wieder einmal mit zweierlei Mass: Ein PKW, der die angejahrten EURO-1-Kriterien erfüllt, ist in der Zone zugelassen. Hingegen ist ein Motorrad, welches die strengere, seit 1. April 2003 gültige EURO-2-Hürde nimmt, dort verboten, weil es vor dem 1. Juli 2004 in Verkehr gesetzt wurde. Details sind unter "laufende Vernehmlassungen und Anhörungen" auf der Webseite der Eidgenossenschaft nachzulesen. Jeder atmet gerne saubere Luft, aber das für die Schweiz geplante Reglement, wie es in Deutschland bereits gilt, hat dort nachweislich keine Verbesserung des Stadtklimas bewirkt. Sehen Sie dazu das Gutachten vom Frauenhofer-Institut oder die entsprechende ADAC-Untersuchung ein.

Die Einführung von Umweltzonen hätte zur Folge, dass:

  • Halter älterer Töff nicht mehr ihr Wohngebiet befahren dürfen.
  • Halter älterer Töff zur Aufgabe ihrer Mobilität oder zum Neukauf eines konformen Fahrzeugs gezwungen werden.
  • Liebevoll gepflegte Oldtimer nur noch in Museen geduldet sind.
  • Kleine Garagen, Händler und Servicebetriebe mangels Kundschaft aufgeben müssen.
  • Der bürokratische Apparat noch weiter auf Kosten der Steuerzahler aufgebläht wird.

 

Die IG Motorrad wird im Namen aller Mitglieder eine Stellungnahme zur Vernehmlassung abgeben, deren Wortlaut in Kürze auf deren Website veröffentlicht wird. Um unserem Standpunkt als Töfffahrer Nachdruck zu verleihen, ist die Solidarität jedes Einzelnen gefragt. Daher sollte jeder, der eine weitere Beschneidung unserer Rechte als Motorradfahrer nicht gut heisst, dem Bundesamt für Strassen seine Meinung schreiben. Die Vernehmlassung läuft bis zum 26.11.2010. Bis zu diesem Datum kann man seine Stellungnahme dem Bundesamt für Strassen per Email an svg@astra.admin.ch oder per Post (Bundesamt für Strassen; 3003 Bern) zukommen lassen.