Mitverantwortlich am Untergang: MZ 1000 S
Mitverantwortlich am Untergang: MZ 1000 S © Archiv

Wirtschaft

MZ am Ende

Von Gregor Ambühl
14.07.2008 12:02:05

Nach zwei beinahe Pleiten ist es per 31.12.2008 definitiv: MZ schliesst die Tore.

Das Motorradwerk Zschopau, welches zu DDR-Zeiten eine ganze Region mit Arbeit und Brot versorgte, beschäftigt heute noch knapp 40 Mitarbeiter. Zu DDR-Zeiten war MZ ein solides Unternehmen. Nach der Wende 1989 kam der langsame und tiefe Fall.

Aus der Steinzeit der DDR in eine neue Zukunft
Mit der Wende kamen neue Investoren aber auch „Schnäppchenjäger“ und geldgierige Manager, welche es auf Fördergelder der Bundesrepublik Deutschland abgesehen hatten. So erhielt MZ zwar Geld aus der Staatskasse und von Investoren, doch wurde das Geld vielfach nicht am richtigen Ort und in falsche Projekte investiert. Werksneubau, glamouröse Messepräsentationen und Events statt Entwicklung neuer und Verbesserung bestehender Produkte. In den nachfolgenden Jahren wechselten in der Führungsetage mehrfach die Stuhlbenützer. Der Konkurs 1992 war unausweichlich.

Neuer Investor, Zweiter Konkurs
Von damals noch 3000 Mitarbeitern wurden 1992 noch 160 in die MuZ GmbH übernommen, welche allerdings bereits 1996 wieder in Konkurs ging. Der malaysische Hong-Leong-Konzern übernahm die Überreste von MZ und pumpte, zusammen mit Sachsen zig Millionen in die marode Gesellschaft. Mit der MZ 1000 S schien die Zukunft von MZ rosiger zu sein, doch das Prestige-Motorrad kam zu spät und war nicht ganz ohne Mängel. Zulange waren mögliche Kunden vertröstet worden. Selbst langjährige MZ Fans glaubten nicht mehr an die Maschine. Als sie dann endlich kam, waren viele bereits zu anderen Marken abgewandert. Zuviele.

Das Ende zum Dritten
Am 31.12.2008 nun schliesst MZ zum dritten mal seine Tore. Ende Dezember läuft die Bindefrist für Investitionszuschüsse - der Vertrag mit Hong Leong aus. Der Hong-Leong-Konzern, welcher jahrelang hohe Verluste hinnehmen musste, hat die Konsequenzen gezogen und ist aus dem Vertrag ausgestiegen. Damit ist das Ende absehbar. Obwohl der sächsische Wirtschaftsminister Thomas Jurk noch Rettungsversuche unternimmt, informierte MZ seine Vertragspartner bereits über das Aus per 31.12.2008.

Gemäss Fritz W. Egli, MZ-Importeur in der Schweiz, soll die Ersatzteilversorgung durch eine Drittfirma aufrecht erhalten werden. Die Egli-Motorradtechnik AG hat selbst ein umfangreiches Ersatzteillager für die importierten Modelle MZ-Fahrer können also unbesorgt in die Zukunft fahren. Und wer sich immer noch für eine 1000er-MZ interessiert, ein nun sehr exotisches und exklusives Bike, der wird ebenfalls bei Egli fündig. Ein paar wenige Exemplare sind noch zu haben.

Links

Egli-Motorradtechnik AG: www.egli-racing.ch
MZ-Webseite: www.muz.de