Wirtschaft

MV Agusta & Harley

Von Gregor Ambühl
16.07.2008 15:05:40

Harley-Davidson hat die MV-Agusta-Gruppe (MV Agusta und Cagiva) zu 100% aufgekauft. Die Hintergründe zum Deal.

Rund 70 Mio. Euro macht das US-Traditionsunternehmen aus Milwaukee für MV Agusta und Cagiva locker und übernimmt zudem auch noch offene Forderungen in der Höhe von ungefährt 45 Mio. Euro. Zusätzlich wurde eine Zahlung im Jahr 2016 an den bisherigen Besitzer Claudio Castiglioni vereinbart, sofern bestimmte finanzielle Ziele erreicht werden.

Die Übernahme soll inden nächsten Wochen abgeschlossen werden, vorbehaltlich der Erfüllung der Abschlussbedingungen sowie der behörlichen Genehmigungen. Harley-Davidson wird die Übernahme hauptsächlich über Verbindlichkeiten (Kredite) in Euro finanzieren. Der Firmensitz der MV-Agusta-Gruppe bleibt Varese (nördlich von Mailand) und auch Firmenchef Claudio Castiglioni bleibt im Amt. Als erstes soll nach der Übernahme die Produktion der aktuellen Motorräder wieder hochgefahren werden.

Annäherungen der grundverschiedenen Produkte soll es keine geben. Da stellt sich doch die Frage, warum Harley die beiden Kleinstmarken aufkauft. Gegenüber 330 600 verkauften Harleys stehen 5800 MV Agusta und ein Paar wenige Cagiva. Zudem benötigt Cagiva dringend Investitionskapital für Neuentwicklungen. Auch hat Harley mit Buell schon eine „sportliche Marke“ unter ihrem Dach. Die Antwort gibt Jim Ziemer, Vorstandvorsitzender bei Harley-Davidson: "Motorräder sind unsere Leidenschaft; sie sind Herz und Seele unseres Unternehmens, und das Gleiche gilt auch für die MV Agusta-Gruppe". Laut Ziemer soll die Übernahme die Präsenz und das Image von Harley-Davidson  Inc. in Europa steigern und die Produktfamilien der Harley-Davidson- und Buell-Motorräder ergänzen.

Die XR 1200 ist künftig eine Schwester der... Die XR 1200 ist künftig eine Schwester der... © Archiv
MV Agusta 1078. Eine tolle Schwester. MV Agusta 1078. Eine tolle Schwester. © Archiv