Der Place de l'Hôtel in Saint-Hippolyte.
Der Place de l'Hôtel in Saint-Hippolyte. © Dimitri Hüppi

Bonjour!

Jura / Franche-C.

Von Dimitri Hüppi
09.10.2014 15:53:59

Abwechslung für Deutschschweizer Töffler.

Die Alpen und der Schwarzwald gehören zu Recht zu den beliebtesten Tagestourgebieten der Deutschschweizer Töfffahrer. Diese Terrains sind von überall her gut erreichbar und bieten traumhafte Bedingungen für Liebhaber von Kurven und schönen Landschaften. Wer darauf nicht verzichten, aber doch einmal etwas anderes sehen und erfahren möchte, dem sei zur Inspiration diese Tagestour durch Teile des Schweizer Juragebirges und der französischen Region Franche-Comté empfohlen. Denn auch dort finden sich beeindruckende Gegenden, Berge und Täler, Kurven und Abgeschiedenheit.

Einen schönen Ausgangspunkt für diese Runde bietet uns der etwas über 1000 Meter hohe Balmberg. Die südliche, gut ausgebaute Auffahrt ist über die Autobahn aus verschiedenen Regionen schnell erreicht (von Baden 50 min, von Bern 40 min, von Luzern 55 min). Wem die nicht gerade anfängertaugliche Abfahrt nach Welschenrohr (bis 25 Prozent Neigung, teils sehr eng) zu heftig ist, erreicht die andere Seite auch ganz easy via Balsthal.

Nach Gänsbrunnen, wo in einem beeindruckenden Steinbruch Kalkstein abgebaut wird, erreichen wir den frankofonen Teil der Schweiz. Und als wir das städtische Moutier hinter uns lassen, nimmt die Besiedlung rasch ab, dafür die Kurvendichte und das Tempo zu.

Raue Moorlandschaft

Ein landschaftliches Highlight ist die auf rund 1000 m ü. M. gelegene Hochebene bei Saignelégier. Wir sind nun mitten in den jurassischen Freibergen, einer rauen Gegend mit Weiden, Baumgruppen und dem Etang de la Gruère, dem grössten Moorsee der Schweiz. Nach Saignelégier geht es schwungvoll und zügig hinunter zum Doubs ins Dörfchen Goumois an der Grenze zu Frankreich.

Auf der französischen Seite (Zöllner stehen beidseits keine) erwartet uns ein noch schnellerer Aufstieg – unterstützt durch das höhere Ausserortslimit von 90 km/h und die weniger strenge Verkehrspolitik. Obwohl man sich diesbezüglich bereits in den dünn besiedelten Landstrichen des Kantons Jura viel freier fühlt als in den Agglos der Deutschschweiz. Einige Zeit behalten wir nun die Höhe bei, bis wir in Saint-Hippolyte (siehe Hauptbild) beschwingt wieder im Doubstal anlangen. Hier kreuzen sich verschiedene Motorradstrecken, wie sich an den vielen geparkten Maschinen am restaurantgesäumten Place de l’Hôtel de Ville unschwer erkennen lässt.

Entlang von Doubs und Lucelle

Vor der Brücke über den Doubs schwenken wir rechts auf die D 4370, um dem idyllischen Flusslauf wieder Richtung Schweiz zu folgen. Wir reisen völlig allein, bis wir das mittelalterliche Städtchen St. Ursanne, das sich seit dem 19. Jahrhundert kaum mehr verändert hat, erreichen. Diverse Restaurants und Gartenwirtschaften laden wiederum zum Pausieren ein. Rund 17 Kilometer weiter sind wir erneut in Frankreich, fahren direkt entlang der Grenze und dem Flüsschen Lucelle, dem wir bis zum Städtchen Laufen folgen könnten. Allerdings entscheiden wir uns für einen Umweg Richtung Kiffis, wo uns eine Warntafel Wechselkurven auf zehn Kilometern verspricht…

Vielfältige Routing-Möglichkeiten

In Laufen angekommen, bieten sich diverse Varianten für die Rück- bzw. Weiterfahrt – Richtung Osten beispielsweise der Passwang. Die 180 km bis hierhin sind schnell durchgebraten. Wer effektiv einen ganzen Tag Zeit hat, sollte besonders auf französischem Gebiet noch die eine oder andere Ecke mehr einplanen – oder gleich eine Wochenendtour mit Übernachtung daraus machen. Es lohnt sich!

Hier gibts die Route gratis als GPX-Download.

 

Das Städtchen St. Ursanne hat seinen ganz besonderen Charme. Das Städtchen St. Ursanne hat seinen ganz besonderen Charme. © Dimitri Hüppi
Auch den Rindviechern gefällts am bzw. im Doubs. Auch den Rindviechern gefällts am bzw. im Doubs. © Dimitri Hüppi
Diese Warntafel nach Le Pichoux will sagen: Eine schöne Strecke mit wenig Verkehr folgt. Diese Warntafel nach Le Pichoux will sagen: Eine schöne Strecke mit wenig Verkehr folgt. © Dimitri Hüppi