Neue Frische

Helm-Innenreiniger

Von Daniele Carrozza
29.09.2010 10:40:22

Ein Helmleben dauert heute durchaus sieben Jahre. Entsprechend gehört das Innenleben des Kopfschützers regelmässig gereinigt.

Das wichtigste Element der Fahrerausrüstung ist ohne Zweifel der Kopfschutz. Und je nach dem, wie oft er getragen wird, kann ein moderner und gut gewarteter Helm gut und gerne fünf bis sieben Jahre getragen werden, ehe er ersetzt werden muss. Einer der wichtigsten Punkte bei der Wartung ist die äussere und innere Helmreinigung, wobei wir uns hier auf das Innenleben des Helms konzentrieren werden. In welcher Frequenz die Innenpolster gereinigt werden sollten, hängt davon ab, wie oft der Helm getragen wird und wie stark der Träger schwitzt. Wir empfehlen, die im Folgenden beschriebenen Prozeduren jährlich mindestens zwei Mal durchzuführen.

Die Vorgehensweise und die Wahl des Reinigungsmittels ergeben sich durch die Bauart des Helms: Sind die Innenfutter wie bei vielen Kopfschützern der mittleren und niedrigen Preisklasse nicht heraustrennbar, können spezielle Helmpolster-Reiniger benutzt werden, die über den Fachhandel zu beziehen sind. In der Regel handelt es sich dabei um Sprays, mit denen eine rasierschaumähnliche Substanz direkt auf das Innenfutter gesprüht wird. Nach einer kurzen Einwirkphase wird die Masse je nach Produkt mit einem feuchten oder einem trockenen Tuch abgerieben.

In unserem Test haben wir drei Reinigungsmittel von Panolin, Motorex und S100 sowie ein klassisches Pflegeshampoo miteinander verglichen (siehe Kasten unten). Nicht im Vergleich ist das ebenfalls verbreitete «Helmet Indoor Clean» von IXS (300 ml, Fr. 16.–). Beim Test wurde ein mit einem Helm-innenfutter vergleichbares Kopfkissen in vier Segmente aufgeteilt, die alle mit einem Gemisch aus Wasser, Erde, Salz, Butter, Essig und Haargel bepinselt wurden. In den Kästen ist jeweils unten das mit dem jeweiligen Reiniger behandelte Kissensegment abgebildet.

Die getesteten Reiniger, bei denen laut Jörg Bucher von der Meier+Lutziger AG auch immer die Frage der Hautverträglichkeit abzuklären ist, sind grundsätzlich auch für den Einsatz an heraustrennbaren Innenpolstern konzipiert. Wir empfehlen jedoch, letztere in der Waschmaschine im 30-Grad-Schongang mit einem neutralen Waschmittel zu reinigen. Wichtig: Nur Polsterelemente in die Waschmaschine geben, an denen kein Schlag absorbierendes Material (z. B. Styropor) verleimt ist! Martin Lüthi, bei Honda-Schweiz für die Produkte von Arai verantwortlich, empfiehlt, die Polster und Innenfutter von Hand mit lauwarmem Wasser und einem Haarshampoo gut auszuspülen. Ebenso Beat Felber, bei der Hostettler AG Spezialist für die Produkte von Shoei. Die Polster müssen anschliessend auf jeden Fall an der Luft getrocknet werden. Auf keinen Fall dürfen sie in den Tumbler gelangen.

Martin Lüthi rät von der Verwendung chemischer Reinigungsprodukte, wie wir sie getestet haben, ab, zumal sie das Schlag absorbierende Material zwischen den Polstern und der Helmkalotte angreifen können. Kopfschützer mit verleimten Polstern könne man getrost mit der Duschbrause «ausschamponieren», so der Spezialist beim Schweizer Arai-Importeur.

 

Vier Helmpolster-Reiniger im Test

Panolin schickt seinen «Helmet Cleaner» ins Rennen (200 ml / Fr. 20.–). Die Dose ist relativ klein und lässt sich gut im Rucksack mitführen. Schaum ziemlich wässerig. Unter dem Strich eines der besten Produkte im Test. Auch für Aussenreinigung geeignet. 

Der «Helmpolster-Reiniger» von S100 ist der zweitteuerste im Test (Fr. 19.–), er hat dafür das grösste Volumen von 300 ml. Grösster Behälter im Test, unpraktisch beim Mitführen. Schaum sehr dicht und wässerig. Reinigungskraft o. k., milder Geruch.

Der «Helmet Care Active Foam» von Motorex (200 ml / Fr. 12.60) ist nicht nur der kleinste Kandidat im Vergleich, er ist unter den Sprays auch der preiswerteste. Unschlagbar bei der Anwendung dank spezieller Düse (siehe Bild links). Luftiger Schaum.

Nivea «Classic Care»: Schlichtes Shampoo für Fr. 4.95 am Migrol-Tankstellenshop. Beste Reinigungskraft, unschlagbar im Preis. Allerdings etwas kompliziert in der Anwendung, und die Polster müssen nach der Behandlung ausgespült werden.