Ein kleines Design-Kunstwerk.
Ein kleines Design-Kunstwerk. © Milagro

Ducati Monster 696

Wirbelwind

Von Daniele Carrozza
26.04.2008 17:55:42

Nach 15 Jahren wagt Ducati den Schritt und erneuert den kultigen Bestseller Monster. Fahrbericht mit Video.

Ducati Monster – eine Erfolgsgeschichte sondergleichen. Das 1993 lancierte Italo-Naked-Bike war mit seinem Design seiner Zeit weiter voraus, als man sich das in Bologna jemals hätte träumen lassen. 15 Jahre lang rollte die inzwischen mit reichlich Kultstatus geschwängerte Monster in allen erdenklichen Modellvarianten aus den Werkshallen von Borgo Panigale. Und: Bis heute ist jede zweite verkaufte Ducati eine Monster.

Clevere Lösungen
Nun heisst das Sprichwort «never chang a running system». Die Monster hätte sich bestimmt auch weiter gut verkauft. Doch das Nake-Segment ist hart umkämpft. Etwas Neues musste her. Etwas komplett Neues – die Monster 696.

Obschon einem an der neuen Monster gewisse Grundlinien vertraut vorkommen, wurde jedes Teil neu gezeichnet. Besonders clever: der Tank. Oder das, was so aussieht. Denn im vorderen Teil sitzt die Airbox. Daher auch die seitlichen Lufteinlässe. Diese sind übrigens so platziert, dass sich der Lenker weiter einschlagen lässt als bisher. Der Wendekreis ist denn auch kleiner als auch schon. Der eigentliche Tank befindet sich hinter der Airbox und reicht bis unter den Sitz, der jetzt schmaler und weicher gepolstert ist.

Desmo-Herz: 80-PS-V2
Mit der 696 kommt Ducati erstmals vom Stahlgitterrohrrahmen weg. Das Verbundrahmen-Konzept ist zwar nicht neu (MV Agusta, Aprilia), doch die Gewichtsvorteile lassen sich nicht von der Hand weisen. Ferner sind die schön geschwungenen Alu-Druckgussteile auch etwas fürs Auge. Ebenfalls aus Alu ist die Zweiarmschwinge gefertigt. Damit ist die 696 sieben Kilo leichter als die 695 und sieben PS stärker. Beim 90-Grad-V2 mit – nomen est omen – 696 ccm Hubraum und zwei Ventilen pro Brennraum blieb so weit alles beim Alten. Mit den neuen Zylinderköpfen, optimierten Brennräumen und Kühlrippen leistet der V2 jetzt 80 statt 73 PS. Neu auch die Auspuffanlage, deren Krümmer nicht mehr unter sondern neben dem Motor verlaufen.

Der kleine Desmo-Twin braucht 2000/min, um die 696 zügig und ohne die Kette zu malträtieren in Gang zu setzen. Drosselklappen auf «Go», und schon drückt der V2 mit reichlich Dampf ab. Derweil die sechs Gänge zackig über das unauffällig seinen Job verrichtende Getriebe geschaltet werden, schnellt die Balken-Anzeige des Digital-Tacho an der 6000er-Marke vorbei. Jetzt macht der kleine Wirbelwind Ernst, lässt bis 9000/min mit Elan sein durchtrainierten Muskeln wallten.

Passt überall
Die wichtigsten Vorzüge der Monster, nämlich Agilität, bestechende Kontrolle sowie eine unbeschwerte Sitzhaltung wurden erfolgreich in die neue M-Generation überführt. Mit ihren gut beherrschbaren 80 PS und der leicht zu bedienenden Kupplung ist die 696 die perfekte Partnerin für Stadt, Agglomeration, Land und Alpen. Was die Optik betrifft, so mache sich jeder selbst sein Bild.

Die M696 ist eine Kurvenräuberin erster Güte. Die M696 ist eine Kurvenräuberin erster Güte. © Milagro
Digital-Tacho: Die Tempo-Anteige könnte etwas grösser sein. Digital-Tacho: Die Tempo-Anteige könnte etwas grösser sein. © Milagro
Weniger dominant: Rundscheinwerfer. Weniger dominant: Rundscheinwerfer. © Milagro
Neues Chassis-Konzept mit direkt angelenktem Federbein. Neues Chassis-Konzept mit direkt angelenktem Federbein. © Milagro
Tank mit integrierter Airbox vorne. Tank mit integrierter Airbox vorne. © Milagro
Drehfreudiger 80-PS-Desmo-Twin; neue Krümmer-Führung. Drehfreudiger 80-PS-Desmo-Twin; neue Krümmer-Führung. © Milagro
Hier die Version mit Mini-Kopfschale: Fr. 12540.-. Hier die Version mit Mini-Kopfschale: Fr. 12540.-. © Milagro
Konische Auspuffdämpfer: Der Sound passt, die Optik bleibt Geschmackssache. Konische Auspuffdämpfer: Der Sound passt, die Optik bleibt Geschmackssache. © Milagro