Zweiräder mit ABS weisen in der Regel einen Pulsierring am Rad sowie eine Kontrollleuchte im Cockpit auf.
Zweiräder mit ABS weisen in der Regel einen Pulsierring am Rad sowie eine Kontrollleuchte im Cockpit auf. © Schweizerische Fachstelle für Motorrad und Roller

ABS an Zweirädern

Heute ist ABS obligatorisch

Von Schweizerische Fachstelle für Motorrad und Roller
02.10.2017 18:51:10

Seit der Einführung der Euro 4-Norm zu Beginn dieses Jahres sind alle neu homologierten Motorräder und Roller mit mehr als 125 cm3 Hubraum mit sicher-heitsfördernden elektronischen Antiblockier-Bremssystemen (ABS) ausgestattet. Die Branche geht bereits einen Schritt weiter und bietet auch in Kurven wirksa-me ABS-Systeme an.

In der Schweiz werden aktuell 609 verschiedene Motorrad- und Rollermodelle angeboten. 549 davon sind strassenzugelassene Fahrzeuge, der Rest betrifft geländegängige Zweiräder für den Sporteinsatz. Alle 2017 neu homologierten, für den Strasseneinsatz zugelassenen Motorrad- und Rollermodelle ab 125 cm3 sind gemäss neuer Euro 4-Regelung mit elektronischen Antiblockier-Bremssystemen (ABS) ausgestattet, die im Ernstfall oder auf rutschigem Untergrund eine optimale Bremsleistung ermöglichen. Auch die kleineren Motorräder und Roller von 50 cm3 bis 125 cm3 sind mit Sicherheits-Bremssystemen ausgestattet. Den Herstellern steht es frei, die Fahrzeuge mit elektronischen ABS- oder mechanischen Kombibrems-Systemen zu bestücken.

Bereits vor der Einführung des ABS-Obligatoriums war die grosse Mehrheit der Motorräder und Roller mit sicherheitsfördernden ABS-Bremsen ausgestattet. 2016 waren es rund 74 Prozent, wobei die Quote bei den Motorrädern bei fast hundert Prozent lag.

Das „Kurven-ABS“ ist bereits im Handel

Die Branche geht bei den sicherheitsrelevanten Neuerungen bereits einen Schritt weiter: Neben elektronischen Assistenzsystemen – etwa Traktionskontrollen oder den Witterungs- und Strassenbedingungen angepassten Fahrmodi – bieten alle grossen Hersteller für ihre grossvolumigen Sport- und Touringmodelle sogenannte „Kurven-ABS“-Systeme an. Damit kann selbst in Schräglage eine optimale Verzögerung erreicht werden, ohne dass das Vorderrad zu blockieren und ein Sturz droht. Es ist zu erwarten, dass diese technisch komplexen Kurven-ABS-Systeme nicht nur in der Oberklasse, sondern in absehbarer Zeit auch in der Einsteiger- und in der Mittelklasse zur Standardausrüstung gehören werden.


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