Deckblatt des bfu-Sicherheitsdossiers Nr. 12 Motorradverkehr.
Deckblatt des bfu-Sicherheitsdossiers Nr. 12 Motorradverkehr. © bfu

bfu-Sicherheitsdossier

Neues aus der Anstalt

Von Michael Kutschke
02.09.2014 16:04:10

Das bfu-Sicherheitsdossier Nr. 12 – oder wie man es fertigbringt, trotz tiefer Unfallzahlen den Leuten das Gegenteil zu suggerieren.

Die Anzahl der tödlich verunfallten Motorradfahrer sank 2013 in der Schweiz um 25,6 Prozent (zum Vergleich: Deutschland minus 8,3 Prozent). Wie bringt man nun das Kunststück fertig, trotz dieser erfreulichen Entwicklung den Leuten genau das Gegenteil zu suggerieren und sie damit zu narren, dass in der Schweiz unerlässlicher Handlungsbedarf für noch mehr Repressionen und eine nie gekannte Überwachung bestehe?

Genau darin liegt die eigentlich geniale Leistung des 156-Seiten-bfu-Schinkens, und es erklärt auch, warum fünf (!) Psychologen, die am liebsten auf dem Bürostuhl sitzen statt auch mal auf einem Töffsattel, darauf angesetzt wurden.

Doch der Reihe nach: Die Beratungsstelle für Unfallverhütung, kurz bfu – das ist doch die Organisation, die ständig die Welt vor sich selbst rettet. Und in deren Auftrag haben sich nun wieder sieben hauptberufliche Geldverbrenner einen Teil unserer Versicherungsbeiträge (siehe Kasten) unter den Nagel gerissen und geben sich damit nun den Anstrich von Sicherheits-Einsteins. Mit Textbausteinen aus unzähligen Studien aus aller Welt wurde frei nach Gusto und mit dem grünparadiesischen Schreibprogramm für die totale staatliche Regulierung das sogenannte Sicherheitsdossier Nr. 12, "Motorradverkehr", zusammenkopiert. Mit dessen Hilfe gedenkt man nun die letzten verbliebenen Mitbürger mit Spass am Leben aus der gesellschaftlichen Mitte zu fegen oder auf die einzig richtige Gesinnung zu schleifen.

Es geht eher um Angst als um Gefahr

Egal, ob Heimwerker, Rentner oder Motorradfahrer: Jedes Problem, jedes Risiko, das ein selbstbestimmtes Dasein auf diesem Planeten nun mal unausweichlich mit sich bringt, handelt die bfu durch ein vermeintlich göttlich untermauertes Deutungswerk (für die sogenannten Entscheider) und damit einhergehende Kampagnen auf dem Problemlösungsniveau von Kleinkindern (fürs gemeine Volk) ab. Die aktuelle Töff-Unfallverhütungskampagne "Stayin' Alive – lass Dich nicht abschiessen" ist ein Paradebeispiel dafür. Sie wirkt, als sei sie von baldriansüchtigen Kleinkindern für schwer dressierbare Primaten in psychologisch betreuten Gruppensitzungen gestrickt worden. Da werden dann Motorradfahrer schon mal zu Freiwild gemacht. Wäre dieselbe Kampagne für Fussgänger mit dem Slogan "Lasst Euch nicht überfahren" lanciert worden, was wäre da wohl für ein Aufschrei des Entsetzens durchs Volk gegangen.

Doch damit nicht genug: Nun reichen die Sicherheitsapostel aus dem Stand auch noch das passende Gesinnungs-Update für die sogenannten Entscheider nach, um die öffentliche Wahrnehmung und die Medien weiter auf die bösen Motorradraser zu lenken. Die bfu scheint ja fortschreitend von der panischen Wahnidee dominiert, dass Sie oder ich mal hinfallen könnten und dass man uns mit nackter Gewalt davon abhalten muss. Deshalb beschäftigen sich sieben Eiferer damit, wie jedes, aber auch wirklich jedes Leid und Ungemach in diesem Lande für immer verhindert und eliminiert werden kann, basierend auf der völlig irren Theorie, dass der Staat dafür bloss alles bis in die privatesten Bereiche des Seins reglementieren und überwachen müsse.

Zurück zu den Realitäten: Seit 1970 sinkt die Zahl der Schwerverletzten und Getöteten auf Schweizer Strassen kontinuierlich. 2013 waren als Folge von Verkehrsunfällen 269 Tote zu beklagen, 70 weniger als im Vorjahr. 55 Personen kamen dabei durch Töffunfälle ums Leben, 19 weniger als 2012. Damit ist die Gesamtzahl der Getöteten fast auf Vorkriegsniveau gesunken, und das bei einem auf über 2140 Prozent gestiegenen Fahrzeugbestand! Da will man doch wissen, was der Grund für eine derart erfreuliche Entwicklung ist. Das Dossier "Motorradverkehr" zeichnet aber ein ganz anderes Bild. Von einer positiven Entwicklung ist da nirgends die Rede – im Gegenteil! "Allein das Ausmass der schweren Motorradunfälle in der Schweiz verdeutlicht auch im internationalen Vergleich einen dringenden Handlungsbedarf", steht da. Wie bitte? Und das trotz all der tollen bfu-Dossiers, der endlosen edukativen Kampagnen und eines der restriktivsten Sicherheitsregimes Europas?

Fahrkönner werden zum Risiko stilisiert

Wohl um von diesem Widersinn abzulenken, beginnt bereits in der Einleitung des Machwerks ein Verwirrspiel der akademischen Extraklasse: mit "Risikoanalysen", "Review-Arbeiten" und "Meta-Analysen" wird da schwadroniert, nur um dann in sieben küchenpsychologischen Kapitelbeiträgen danach immer denselben kalten bfu-Kaffee aufzuwärmen: mehr Repressionen, Erhöhung der Kontrollintensität, GPS-Überwachung, blablabla … Aber man propagiert auch Neues: Förderung der Risikokompetenz, beleuchtete Helme, rüttelnde Gasgriffe, einheitlich neonfarben lackierte Töff sowie horrende Versicherungsprämien für leistungsstarke Motorräder.

Die Dämme zur Irrationalität scheinen bei den bfu-Weltverbesserern jedoch mit folgender Aussage gebrochen zu sein: "Die Schulung von (Motorrad-)Fahrtechnik birgt die Gefahr von Selbstüberschätzung", heisst es gleich an mehreren Stellen. Fahrzeugbeherrschung wird von den Psycho-Experten der bfu also zum Sicherheitsrisiko hochstilisiert.

Sieben Experten gebären eine Maus

Die bfu scheint sich mangels wirklicher Risiken für die Gesellschaft und den damit verbundenen Aufgaben wohl nur noch um ihrer Selbsterhaltung willen, abwechselnd mit selbstkonstruierten Krisen oder aberwitzigen Theorien und Utopien, zu beschäftigen. Schliesslich braucht man ja auch für das nächste Jahr wieder eine Rechtfertigung für einen dicken Etat. In den 76 Jahren seit ihrer Gründung hat sich diese einst nützliche Einrichtung zu einer Institution der sakralen Monstranz und Selbstüberschätzung aufgebläht, die zu kritisieren fast schon der Blasphemie gleichkommt: Allein aufgrund der wissenschaftlichen Vorgehensweise hätten die Dossiers den Anspruch, solide Grundlagen für Entscheidungsträger bereitzustellen, behauptet die bfu arrogant. Schön wär’s. Zu meinen Studienzeiten war das noch anders. Da war wissenschaftliche Methodik allein kein Merkmal solider Arbeit, sondern Qualität, Stringenz, Neutralität und Unabhängigkeit. Und diese Punkte sind bei diesem Werk mehr als zweifelhaft.

Kleine Kostprobe gefällig? Auf Seite 102 des Dossiers beispielsweise nimmt die bfu zwar zur Kenntnis, dass 70 Prozent der Hauptunfallursachen bei Kollisionen auf das Übersehen der Motorräder seitens der Lenker der Kollisionsfahrzeuge zurückzuführen sind (bei Einbiege- und Abbiegeunfällen sowie Unfällen beim Überqueren der Fahrbahn sind bis zu 90 Prozent der Kollisionsgegner übrigens auch die Unfallverursacher). Und die bfu weiss auch, dass PW-Lenkende ohne Führerausweis der Kategorien A oder A1 bei Unfällen bedeutend öfter nahende Motorräder übersehen als Lenkende, die über einen Töff-Fahrausweis verfügen. Andererseits verbreitet man im Dossier aber bereits auf Seite 74, dass bei Kollisionsunfällen die Motorradfahrer immer schneller als die Kollisionsgegner unterwegs seien, und suggeriert dem unbedarften Leser damit geschickt, dass Motorradfahrer Raser und somit selber schuld seien.

Es dürfte jedoch selbst dem ideologisiertesten bfu-Utopisten nicht entgangen sein, dass bei diesem Unfalltyp der Vorfahrtberechtigte so gut wie immer mit höherem Tempo als der Kollisionsgegner unterwegs ist. Und welche Konsequenzen zieht die Anstalt? Wir werden mit einer Kampagne beglückt, die die Autofahrer aussen vor lässt, und – Sie ahnen es – die bfu-Heilsbringer schlechthin werden auch noch gezückt: mehr Kontrollen und die totale Überwachung!

Ges(t)ammelte bfu-Werke

Eine dieser Koryphäen, Magister Artium S. Niemann, halluziniert in wirrem Fachchinesisch völligen Nonsens − Zitat aus Kapitel 3.2, Seite 68: "[…] als mittelbaren positiven Effekt erwähnen die Autoren, dass die obligatorische Fahrausbildung ein Hindernis auf dem Weg zum Erwerb des Führerausweises darstellt könnte, was die Exposition und somit auch die Unfälle, Verletzungen und Delikte reduziert."

Was stammelt der Autor da zusammen? Etwa das: Wer kein Motorradbillett hat, fährt auch nicht Töff und baut daher auch keine Motorradunfälle? Neuigkeiten aus Stupidistan.

Doch bfu-Autor Niemann hat noch mehr ideologisch verbohrte Ammenmärchen drauf: "Problematisch ist, dass die reine Freude am Fahren häufiger mit sicherheitsabträglichen Verhaltensweisen korrespondiert als das rein sachliche Fahrmotiv, d.h. der Transport von A nach B." Was könnte die Konsequenz sein, Herr Niemann? Muss nun die Freude am Leben zugunsten eines gänzlich sicheren Todes gesetzlich verboten werden?

Und auch diese Niemann’sche Theorie hätte selbst ein Achtjähriger zustande gebracht: "Die Art des Motorradtyps steht in einem klaren Zusammenhang mit den Fahrmotiven. Personen, die einen Roller fahren, identifizieren sich deutlich weniger mit ihrem Motorfahrzeug, unternehmen mehrheitlich zweckorientierte Fahrten und sind kaum aus reiner Freude am Fahren unterwegs."

Es kommt noch besser …

Die Dossier-Autoren Mario Cavegn und Andrea Uhr beispielsweise träumen auf Seite 83 zusammen von der gesetzlich vorgeschriebenen Lichteinschaltautomatik bei Motorrädern und Prämienreduktionen als Anreiz zum Kauf von für ABS-Motorrädern. Liebe Experten der Psychologie: 2016 kommt die ABS-Pflicht, und seit zehn Jahren gilt in Europa ein Lichtobligatorium für Motorräder. Es wird gar kein Zweirad mehr mit einem Lichtschalter verkauft! Nicht weniger genial ist der Vorschlag, künftig die Farbauswahl beim Kauf eines Neu-Motorrades auf fluoreszierende Farben zu beschränken (Seite 84). Oder vielleicht doch nicht? Die Autoren selbst sind nämlich offensichtlich nicht bereit, die Farbwahl bei ihrem eigenen Auto denselben wissenschaftlichen Erkenntnissen zu unterwerfen. Denn auf Seite 108 lehnen Cavegn und Uhr "die aktive Beeinflussung" (wie sie es verharmlosend nennen) der Autokäufer zur Farbauswahl ab "als wenig erfolgversprechend, nicht zumutbar und wegen des Tagfahrlicht-Obligatoriums ohnehin wenig bedeutsam". Frau Uhr, Herr Cavegn: Wir mussten bereits in der Primarschule ellenlange Aufsätze schreiben, die in ihrer Argumentation stringent waren, anstatt wie dieser Tage einfach nur den Vornamen zu tanzen.

Den Vogel schiessen der bfu-Teamleiter Forschung Strassenverkehr und seine wissenschaftliche Mitarbeiterin aber mit der unverhohlenen Forderung nach der allumfassenden totalen staatlichen Überwachung einer ganzen Bevölkerungsgruppe ab: Willkommen in der völlig verdrehten Psychohölle der bfu-Sicherheit! Fahrdatenschreiber seien idealerweise obligatorisch für Motorradfahrer zu machen, und zwar solche, die nicht nur die letzten Sekunden vor einem Crash aufzeichnen, sondern die gesamte Fahrzeit immer und lückenlos dokumentieren und abspeichern. Die beiden Gutmenschen bedauern es sogar, dass eine derart stalinistische Überwachungspraxis politisch wohl nicht durchsetzbar ist.

Wer schützt uns vor dieser Sicherheit?

Liebe bfu-Autoren: Intellekt bedeutet, dass man die Fähigkeit besitzt, hinter die Verhältnisse zu schauen, die auf den ersten Blick glasklar und plausibel erscheinen, die es aber dennoch nicht sind, und eben nicht blind die Sichtweise der Verfasser von Parteiprogrammen, Ideologien und zeitgeistigem Gefasel zu übernehmen. Im besten Fall kommt bei einem intellektuellen Denkvorgang die Wahrheit ans Licht. Doch davon sind Sie und das aktuelle bfu-Sicherheitsdossier Nr. 12, "Motorradverkehr", wieder Lichtjahre entfernt. Warum also reden Sie nicht mal mit Leuten, die sich mit Wissenschaft auskennen?

Ihr Getröte um die Motorradsicherheit entwickelt sich langsam zu einer Farce, die ausschliesslich dazu führt, dass Heerscharen von Psychologen sich auf Kosten der produktiven Bevölkerung ordentliche Gehälter und imposante Pensionsansprüche sichern können. Und das wohlgemerkt, ohne dass man ein Ergebnis, geschweige denn einen messbaren Erfolg, erkennen könnte. Wie sonst erklären Sie sich die Ergebnisse der UDV, von denen Sie nicht den leisesten Schimmer hatten (Kasten oben), oder den Umstand, dass in Deutschland zwischen 2007 und 2011 mit einem viel liberaleren Sicherheitsregime sieben getötete Motorradfahrer pro Million Einwohner zu beklagen waren, während es in der Schweiz zehn waren? Angesichts dieser Faktenlage scheint es, dass Ihr eigenes Unvermögen, sich auf das schmerzliche, aber auch immens schöne Abenteuer namens Leben einzulassen, der Antrieb sein muss für Ihren Fanatismus − der jeden, der das wagt, in Ihr andressiertes Gutmenschenkorsett und in einen Überwachungsapparat nach stalinistischen Muster zwingen will. Wenn es nach Ihnen ginge, würde schon bald das Leben aus Sicherheitsgründen vorzeitig abgeschafft.

Das Konstrukt FVS, ASTRA und bfu...

… aus der Sicht eines Insiders: 1976 beschloss das Parlament, dass zum Zweck der Förderung der Verkehrssicherheit ein Prozent der Netto-Haftpflichtprämie der Auto- und Motorradfahrer in den sogenannten Fonds für Verkehrssicherheit (FVS) eingezahlt werden muss. Man hat eine neue Steuer geschaffen, die niemandem wirklich wehtut, die aber auch niemandem nützt, ausser der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu), die jedes Jahr Millionenbeiträge zur Finanzierung ihrer Aktivitäten zugeschanzt bekommt. Dass Kampagnen von der bekannten Art wenig bringen und keine messbaren Verhaltensänderungen bei Strassenbenutzern bewirken, haben umfangreiche Forschungen in den USA, in England und in Australien schon vor Jahren gezeigt. Hierzulande ist man gegenüber solchen Forschungsresultaten immun.

Damit die bfu munter "weiterforschen" kann, speziell in der Frage, wie die Motorradfahrer noch weiter einzubremsen sind, hat man für sie eine eigentliche Geldmaschine konstruiert: Der aus den Versicherungsprämien gespeiste Fonds wird von einer zwölfköpfigen Kommission verwaltet; sie bestimmt, wer diese jährlich zugesprochenen 20 000 000 Franken erhält. Grundsätzlich kann jede Organisation Anträge für Geldmittel zur Verbesserung der Verkehrssicherheit stellen.

Es ist aber kein Wunder, dass fast alle Projekte der bfu zugesprochen werden, denn: Die bfu ist gleich mit ihrer Direktorin, Brigitte Buhmann, in der Verwaltungskommission vertreten. Ein besseres Beispiel von Verfilzung gibt es wohl kaum. Der grösste Nutzniesser der Geldmittel hat Einsitz in der Kommission, die die Mittel vergibt! Quelle: www.fvs.ch/index.php?id=9

Präsident der Verwaltungskommission ist Werner Jeger, Vizedirektor des Bundesamtes für Strassen (ASTRA), der im Teamwork mit Frau Buhmann das ganze Unterfangen steuert. Diese Verwaltungskommission scheint also eher ein politisches Sprachrohr denn ein kritisches Organ zu sein, das die Mittel nach bestem Wissen und Gewissen einsetzt. Dass die bfu mit Geld versorgt wird, ist der wahre Zweck dieses Fonds. Geld, das wir Versicherungsnehmer zwangsweise abliefern, damit wir mit politisch gefärbten Statistiken, sogenannten Sicherheitsdossiers (die aus Studien aus der ganzen Welt frei nach Gusto zusammenkopiert wurden) und nutzlosen, infantilen, aber sündteuren Kampagnen beglückt werden können (www.toeff-magazin.ch/artikel_429.html), die das Weiterbestehen der bfu sichern.

In diesem Konstrukt ist alles korrekt organisiert; es werden sogar bloss 0,75 Prozent der möglichen Steuer von 1 Prozent eingefordert. Der FVS ist ein Beispiel dafür, wie Steuergelder oder Gebühren via Politik organisiert werden, um Mittel für die eigene Tätigkeit zu organisieren. Aber wie gegen einen Fonds für mehr Sicherheit argumentieren? Das ist unmöglich, denn dann müsste man belegen, dass er nichts nützt. Und uns Töfffahrern würde man sagen: Ihr bekommt doch jedes Jahr Geld fürs Sicherheitstraining! (Den Zuschuss von ursprünglich 200 Franken hat der FVS übrigens im vergangenen Jahr klammheimlich auf nur noch 100 Franken zusammengestrichen.)

Alles ist sehr schick organisiert, alle sind gekauft − sogar die, die bezahlen dürfen. 

 

Aufsehenerregende Studie: Fast jeder zweite selbstverschuldete Töffunfall ist ein Auffahrunfall!

In Deutschland hat erstmals die Unfallforschung der Versicherer (UDV) 194 schwere Motorradunfälle mittels einer Task-Force unabhängig untersucht. Sie ist dabei zu eklatant abweichenden Ergebnissen im Vergleich zu den offiziell geführten Unfallstatistiken gekommen. Wenig überraschend ist zunächst, dass sich auch bei der UDV-Untersuchung "junge Fahrer" und "sportliche Bauform des Motorrads" als die wesentlichen Faktoren bei Alleinunfällen herauskristallisierten. Und auch, dass (wie hierzulande) Unfälle an Kreuzungen und Einmündungen überwiegend vom Unfallgegner des Motorradfahrers verursacht werden.

Doch anders als bei der bfu (wo sieben ideologisierte "Experten" uns sogar den Schwarzen Peter für unverschuldete Kollisionen zuzuschieben versuchen), hat man in Deutschland eine interdisziplinäre Unfallerhebung durch ein unabhängiges Ingenieurbüro, Ärzte und die Polizei initiiert. Besonders die Kollisionsunfälle wurden genau unter die Lupe genommen, und man ist dabei zu einer überraschenden Erkenntnis gekommen, die zuvor in keiner nationalen oder internationalen Statistik berücksichtigt wurde: Fast jeder zweite Unfall, den ein Kradfahrer verursacht, ist ein Unfall im Längsverkehr, also ein Auffahrunfall! Übrigens: Nur neun Prozent der von Motorradfahrern verursachten Unfälle sind auf das Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit zurückzuführen, so das Ergebnis der UDV (www.udv.de).

Diese Forschungsresultate aus der seltsamen, komplizierten Welt ausserhalb der klimatisierten bfu-Büros dürfte so gar nicht ins Konzept vom bösen Töffraser passen. Die wissenschaftliche Reputation der bfu erhält durch diese Studie einen vernichtenden Befund: Das Sicherheitsdossier dokumentiert nichts als Befangenheit und Unprofessionalität; die bfu-Kampagnen samt Massnahmenkatalog liegen voll daneben. All das wirkt nun mehr denn je wie von der Politik diktiert!