Jontsch am Love Ride.
Jontsch am Love Ride. © Daniele Carrozza

Biken ist Kraft tanken

Mit Jontsch am Love Ride

Von Daniele Carrozza
12.08.2016 15:34:50

Radio- und TV-Moderator Jonathan Schächter, alias Jontsch, ist begeisterter Harley-Fahrer. Ein Benzingespräch im Rahmen des Love Ride 24.

Wir treffen Jontsch kurz nach dem Ride-out des diesjährigen Love Ride in Dübendorf ZH. Selber beim "Hauptakt" der europaweit grössten Biker-Benefizveranstaltung mitzucruisen, das ist für den 34-jährigen Radio- und Fernsehmoderator aus Zürich Ehrensache. Jontsch fährt eine Harley Night Rod Special … und dies nicht nur als Show.


Wie bist du zum Töfffahren gekommen?

Ich bin seit meiner Kindheit Töff-Fan. Mein Vater fuhr auch, bis ihn meine Mutter vor die Wahl stellte – sie oder der Töff. Darum bin ich jetzt Single und habe mich für den Töff entschieden (lacht). Ich fahre aber noch nicht sehr lange, drei oder vier Jahre werden’s wohl sein. Dafür fahre ich viel und leidenschaftlich. Zuvor hatte ich einfach keine Zeit für Ausbildung und Prüfung.


Du fährst eine Harley Night Rod Special. Wieso?

Für mich ist Harley-Davidson die mit Abstand geilste Töff-Marke. Sie verkörpert alles, insbesondere den Freigeist, so wie ich auch einer bin. Das verbindet ungemein. Aber ich bin vorbelastet, weil auch mein Vater ein riesiger Harley-Fan war. Meine Kinderbücher waren Harley-Magazine, die zu Hause überall herumlagen. Ich habe seinerzeit fast die komplette Harley-Davidson-Modellpalette durchgetestet und mich dann für die Night Rod Special entschieden.


Welche Rolle spielt der Begriff "Charity", also Wohltätigkeit, in deinem Leben?

Eine sehr grosse Rolle. Ich bin eher der Typ, der gibt und nicht viel darüber redet. Ein fixer Betrag meines Jahresgehalts geht nach Erhalt der Steuererklärung immer für Charity-Sachen ab.


Wie stehst du zum Love Ride? Warst du dieses Jahr das erste Mal dabei?

Ich wollte schon letztes Jahr mitmachen, musste aber wegen eines Todesfalls in der Familie kurzfristig passen. Aber angesichts des heute Erlebten garantiere ich, dass der Love Ride 2016 sicher nicht mein Letzter war.


Töfffahren – was bedeutet das für dich?

In den letzten zwei Jahren ist Töfffahren für mich zur wichtigsten Freizeitbeschäftigung geworden, zumal ich mit meiner ausgefüllten Sechstage-Woche nur wenig freie Zeit zur Verfügung habe. Wenn ich an einem freien Sonntag auch nur eine Stunde auf dem Töff sitze und zum Beispiel um den Sihlsee Richtung Einsiedeln tuckere, bedeutet das für mich Freiheit, Abschalten und Kraft tanken. Ich habe in den letzten beiden Jahren kaum Ferien gehabt. Wenn ich auf der Harley gesessen bin, waren das die Momente, die dem Feriengefühl am nächsten kamen. Diese Ruhe habe ich intensiv genossen.


Würdest du dich eher als Viel- oder als Gelegenheitsfahrer bezeichnen?

Wenn es die Zeit zulässt, fahre ich gerne ausgedehnte Touren. Ich bin quer durch die Schweiz gefahren und habe schon fast alle Pässe überquert. Mein einziges Problem ist wirklich, dass ich ein genügend grosses Freizeitfenster erwische.


Fährst du eher sportlich oder gemütlich?

Gute Frage. Mit der Night Rod Special besitze ich einen gemütlichen Cruiser. Natürlich ist es eine der sportlichsten Harleys, aber vom Konzept her ist sie weit entfernt von einem wirklichen Racer. Vom Geist her wäre ich aber eher der sportliche Fahrer, der schräg durch die Kurven flitzt und dann im zweiten oder dritten Gang wieder kräftig rausbeschleunigt und den Berg raufstürmt. Aber ich passe mich dem Charakter der Night Rod an und nehme es aktuell gemütlich. Ich bin, seit ich mit dem Töff unterwegs bin, erst einmal geblitzt worden, und auch das nur wegen ein paar weniger km/h zu viel. Ich fahre anständig, respektvoll und versuche, die Speedlimits konsequent einzuhalten.


Ein Töfftraum, den du dir in deinem Leben als Biker noch verwirklichen möchtest?

Zwei, drei Wochen auf der Route 66 in den USA, da würde ich nicht Nein sagen. Das war auch immer der Traum meines Vaters. Wenn er und ich das gemeinsam machen könnten, wäre die Erfüllung des Traums perfekt.


Dein bestes Erlebnis rund um Töff?

Wie gesagt, Biken ist für mich wie Ferien. Jedes Mal, wenn ich aufsitze, ist es ein Supererlebnis. Ein einzelnes hervorheben kann ich da kaum. Höchstens eine Gotthardüberquerung gemeinsam mit einem Freund, als wir auch vom Wetter her einen absoluten Traumtag erwischt hatten.


Dein schlechtestes Erlebnis?

Die erste Töffprüfung. Ich hatte ein echtes A... als Prüfer. Der war ca. 200 Kilo schwer. Bereits bei der Begrüssung wusste ich, dass ich durchfallen würde. Der machte nur Druck und vermittelte mir ein grundsätzlich ungutes Gefühl.


Wen hättest du gerne mal als Sozia oder Sozius hinten drauf? Und wen auf keinen Fall?

Baschi wäre cool. Der ist nicht zu schwer, mit dem kann man auch mal blöd "umeschnorre", auf der Passhöhe eine Zigi rauchen und dann über die wirklich wichtigen Dinge im Leben reden. Übrigens: Meine Grossmutter sass auch schon hinten drauf. Dafür würde ich meine Mutter nie mitnehmen. Die wäre zu hysterisch...

 

Allround-Entertainer und Genuss-Biker


Jonathan Schächter wurde 1982 in Zürich geboren. Mit 13 moderierte "Jontsch" bereits seine erste Radiosendung; erste Erfahrungen vor der Kamera sammelte er bei der "VideoGang" (TeleZüri). Ab 2001 folgte ein Soziologie-Studium in New York, nach dessen Abschluss Jontsch 2004 nach Europa zurückkehrte und als Radiomoderator bei Energy Zürich, bigFM (D) und später bei Radio24 arbeitete. Neben seinem Radio-Engagement moderiert Jontsch heute diverse TV-Sendungen sowie Events, und er macht Musik.

 

Link zur Love-Ride-Website.

Der Love Ride bei Facebook.

 

Im Rampenlicht an der Energy Fashion Night mit Topmodel Karolina Kurkova. Im Rampenlicht an der Energy Fashion Night mit Topmodel Karolina Kurkova. © Adrian Bretscher / Annika Bütschi
Seit 2012 moderiert Jontsch bei Radio 24 die von ihm konzipierte Sendung Abig-Show. Seit 2012 moderiert Jontsch bei Radio 24 die von ihm konzipierte Sendung Abig-Show. © Adrian Bretscher / Annika Bütschi