Bremsbereitschaft und reduziertes Tempo empfiehlt sich auf Strecken mit Wildwechsel.
Bremsbereitschaft und reduziertes Tempo empfiehlt sich auf Strecken mit Wildwechsel. © ADAC

Im Herbst besonders aktuell

Achtung Wildwechsel

Von Redaktion TÖFF / ADAC
13.10.2017 11:26:57

Mit Wildwechsel ist immer zu rechnen. Doch besonders jetzt, da es früh dämmert und man vielleicht mit dem Motorrad gerade noch auf dem Heimweg ist, stehen die Chancen gut, Rehen zu begegnen.

Doch auch in den Monaten Juni und Juli, in denen die Paarungszeit ihren Höhepunkt erreicht, ist die Gefahr gross, dass Rehe einfach auf die Strasse springen.

Auch kleine Tiere...

Da selbst Zusammenstösse mit kleineren Tieren wie Hasen das Gleichgewicht des Motorrad erheblich stören und einen Sturz herbeiführen können, raten Experten zu einer generell vorsichtigen Fahrweise und Temporeduzierung in entsprechenden Gegenden. Und das sind die Tipps von TCS, ADAC und Jägern:

  • Vor allem in Waldgebieten und auf Landstrassen zwischen Feldern sich immer plötzlichen Wildwechsels bewusst sein. Auf die Hinweisschilder zu Wildwechselstellen sollte unbedingt durch langsamere Geschwindigkeit reagiert werden.
  • Generell kann man sagen, dass im Bereich von Wildwechselwarnschildern besondere Aufmerksamkeit gelten muss, denn in diesen Abschnitten ereignen sich die meisten Wildunfälle während der Dämmerungsphase zwischen 5.00 bis 8.00 Uhr morgens und 17.00 bis 22.00 Uhr abends.
  • Stets die Fahrbahnränder genau im Auge behalten und einen Sicherheitsabstand zum rechten Fahrbahnrand einhalten. Früchte von Strassenbäumen (Obst, Eicheln oder Kastanien) werden vom Wild gern als Futter aufgenommen. 
  • Im Winter lecken Rehe und Hirsche gerne auch das Sals von Fahrbahnen.
  • Auf jeden Fall sollte in gefährdeten Regionen der notwendige Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug besonders gross gewählt werden, um immer rechtzeitig bremsen zu können. 
  • Ist Wild tagsüber in der Nähe oder auf der Strasse, sollte man abbremsen und hupen. Nachts sollte abgeblendet und die Geschwindigkeit gesenkt werden, damit das Wild einen Fluchtweg finden kann. Geblendetes Wild bleibt in der Regel irritiert stehen.
  • Auf ein Reh oder einen Hirsch folgen meistens noch weitere Tiere.


Verhalten nach einem Wildunfall 

Als Grundregel Nummer eins gilt, sofort anhalten und die Unfallstelle sichern (Warndreieck, Warnblinker) sowie eventuellen Verletzten helfen. Danach ist folgendes zu beachten:

  • Verletztes Wild wegen Infektions- und Verletzungsgefahr nicht anfassen. 
  • Auf gar keinen Fall verunglücktes Wild mitnehmen (das gilt strafrechtlich als Wilderei).
  • Ist das Tier nach dem Zusammenstoss geflüchtet, die Fluchtrichtung sichtbar kennzeichnen, um die Nachsuche für den Jäger zu erleichtern. 
  • Die sofortige Meldung des Wildunfalles ist Pflicht! Wer einfach weiterfährt oder nur eine verspätete Meldung abgibt verhält sich unmoralisch und macht sich gem. Art. 51 Abs. 3 des Strassenverkehrsgesetzes strafbar.
  • Den Wildunfall der Polizei (Tel. 117) melden. Diese bietet die entsprechenden Fachleute vor Ort auf. 
  • Im Normalfall werden Unfallschäden mit Haarwild durch die (Teil-) Kaskoversicherung des Motorradfahrers ersetzt. Der Jäger stellt die Wildunfall-Bescheinigung für die Versicherung aus. Bei Ausweichunfällen oder Unfällen mit Federwild besteht allerdings kein Versicherungsanspruch.

 

Weitere Informationen unter folgenden Links

www.jagdwinkel.ch/wildunfall

www.tcs.ch/de